Du bist nicht angemeldet.

#1 31.05.2021 18:06:13

Caramon2
Mitglied

Gedanken zur Einsteigeranleitung

Guten Abend.

Ich beschäftige mich seit letztem Jahr mit Artix-Xfce-Runit und plane mir ein Arch-Xfce als Referenzsystem zu installieren: Artix-Runit wird aber mein Produktivsystem werden (momentan nutze ich mein Testsystem als solches), da mir systemd schon bei LinuxMint 19 zu viel wurde.

Da ich für heute noch 2 GiB Traffic (von 5 GiB/Mon.) übrig hatte, habe ich mich an der Anleitung für Einsteiger versucht (in einer (K)VM) und mir sind ein paar Sachen aufgefallen:

Es wurden gleich nach dem booten über 100 MB geladen. Noch während ich mir die Kuh angesehen habe, also noch nichts gemacht hatte: Was passiert da?

genfstab -Lp /mnt > /mnt/etc/fstab

Wäre nach UUID nicht vernünftiger? - Ich habe es jedenfalls mit "-U" ausgeführt, da "-p" sowieso default ist.

cat /etc/hosts
#<ip-address>    <hostname.domain.org>    <hostname>
127.0.0.1    localhost.localdomain    localhost
::1        localhost.localdomain    localhost

Bei mir hatte die Datei nur ein paar Kommentarzeilen.

/etc/resolv.conf - Diese Datei muss nur verändert werden, wenn das Netzwerk über statische Adressvergabe eingestellt wird:

Die sah auch ganz anders aus (viel mehr) und es stand ausdrücklich dabei, dass man nichts ändern soll.

Für dieses Beispiel wird Systemd-boot gewählt. Es sorgt für einen schnellen Bootvorgang und ist für moderne UEFI-Systeme geeignet.

Das finde ich etwas unglücklich:

Alle Leute in meinem Umfeld haben noch PCs mit BIOS. Mein PC ist der einzige mit UEFI und das nutze ich nicht zum booten, da mir die Konfiguration zu unübersichtlich ist und oft Probleme macht: Z. B. habe ich es noch nie geschafft, ein im UEFI-Modus auf ein USB-Laufwerk installiertes Linux zu booten: Ging nicht. Egal was ich versucht habe.

Das auf dem PC installierte Linux hatte ich aus einer Laune heraus mal so eingerichtet, dass es sich sowohl im BIOS- als auch im UEFI-Modus booten ließ: Auch bzgl. der Bootgeschwindigkeit hatte UEFI nichts mal einen messbaren Vorteil: beides auf die Sek. genau gleich schnell (von SSD).

Zumindest sollte man Grub als Alternative hinzufügen. Das ist ja nicht viel:

pacman -S grub
mkdir /boot/grub
grub-mkconfig -o /boot/grub/grub.cfg
grub-install /dev/sda

Ich habe dann noch Xfce, LightDM und Xorg installiert, dann hatte ich keine Lust mehr: Alles abtippen zu müssen (wie gesagt, in der VM: links der Browser, rechts die VM - Wie macht man das, wenn man es native installiert? Zwei PCs? Wiki auf dem Handy?) und immer doppelt und dreifach auf Tippfehler zu kontrollieren, ist echt mühsam. - Zumal meine linke Hand (als Linkshänder) seit einem schweren Unfall stark eingeschränkt und weitestgehend ohne Tastsinn ist.

Es wäre schön, wenn das Livesystem zumindest ein rudimentäres GUI hätte: Auf einem Breitbildmonitor könnte man dann z. B. links den Browser öffnen und rechts das Terminal, so dass man die Befehlszeilen einfach rüber kopieren kann. - Dabei würde man das gleiche lernen und das besser, da man sich nicht aufs tippen und vermeiden/korrigieren von Tippfehlern konzentrieren muss.

Wobei ich auf kleinen Fall etwas gegen eine Installation auf diese Art habe: Der große Vorteil daran ist, dass man das System optimal für sich einrichten kann: Keine schon in der Grundkonfiguration total zugemüllte Wolleiermilchsau, sondern nur das, was man wirklich braucht.

Ich habe z. B. LinuxMint bis zur 18.3 genutzt (noch bis vor ein paar Monaten, weil es mir ab der 19 immer schlechter gefiel), da habe ich schon bei der Grundkonfiguration das gröbste rausgeschmissen (mit Wildcards und geschweiften Klammern - in Wirklichkeit war das also noch viel mehr):

apt purge memtest* virtualbox* openoffice* friendly* xfce4-{task*,screen*} ufw* intel* {red,time}shift* nvidia* radeon* fortune* adobe* metacity* compton compiz* libdec* catfish mint{-art,-back,-theme,-x,-y,wel,back,inst,stick}* xorg* xfburn xplay* libxplay* cheese* pix* evolut* hexchat* pidgin* rhyth* librhyth* tomboy btrfs* hfs* jfs* liblvm* reiser* brltty* liblouis* cari* onboard* bluez* ifuse usbmux* aspell* myspell-* wamerican* wswiss* mythes-{de-ch,en,fr,it,ru}* hunspell-{de-{ch,at},en,ru,it,fr}* hyphen-{en,fr,it,ru}* language-pack-en* libreoffice-help-{en,ru,zh,fr,es,it,pt}* libreoffice-l10n-{en,es,fr,it,pt,ru,zh}*

Sowas will ich nie wieder. - Vor allem nicht alle 6 Monate immer wieder neu an die dann aktuelle Version anpassen, da sich bei LinuxMint ja selbst bei Point-Releases gravierendes ändern konnte.

Freundliche Grüße,

Andreas

Offline

#2 31.05.2021 18:46:25

schard
Moderator

Re: Gedanken zur Einsteigeranleitung

Caramon2 schrieb:

Guten Abend.

Ich beschäftige mich seit letztem Jahr mit Artix-Xfce-Runit und plane mir ein Arch-Xfce als Referenzsystem zu installieren: Artix-Runit wird aber mein Produktivsystem werden (momentan nutze ich mein Testsystem als solches), da mir systemd schon bei LinuxMint 19 zu viel wurde.

...

Caramon2 schrieb:

Da ich für heute noch 2 GiB Traffic (von 5 GiB/Mon.) übrig hatte, habe ich mich an der Anleitung für Einsteiger versucht (in einer (K)VM) und mir sind ein paar Sachen aufgefallen:

Es wurden gleich nach dem booten über 100 MB geladen. Noch während ich mir die Kuh angesehen habe, also noch nichts gemacht hatte: Was passiert da?

Schau ins Log deiner Firewall. Ich vermute aber stark, dass es reflector war.

Caramon2 schrieb:

genfstab -Lp /mnt > /mnt/etc/fstab

Wäre nach UUID nicht vernünftiger? - Ich habe es jedenfalls mit "-U" ausgeführt, da "-p" sowieso default ist.

Das kommt auf den Use-Case an. Mit Labeln ist das System einfacher kopierbar.

Caramon2 schrieb:

cat /etc/hosts
#<ip-address>    <hostname.domain.org>    <hostname>
127.0.0.1    localhost.localdomain    localhost
::1        localhost.localdomain    localhost

Bei mir hatte die Datei nur ein paar Kommentarzeilen.

Die Ausgabe soll darstellen, welcher Inhalt empfohlen ist.

Caramon2 schrieb:

/etc/resolv.conf - Diese Datei muss nur verändert werden, wenn das Netzwerk über statische Adressvergabe eingestellt wird:

Die sah auch ganz anders aus (viel mehr) und es stand ausdrücklich dabei, dass man nichts ändern soll.

Das lass es halt.

Caramon2 schrieb:

Für dieses Beispiel wird Systemd-boot gewählt. Es sorgt für einen schnellen Bootvorgang und ist für moderne UEFI-Systeme geeignet.

Das finde ich etwas unglücklich:

Alle Leute in meinem Umfeld haben noch PCs mit BIOS. Mein PC ist der einzige mit UEFI und das nutze ich nicht zum booten, da mir die Konfiguration zu unübersichtlich ist und oft Probleme macht: Z. B. habe ich es noch nie geschafft, ein im UEFI-Modus auf ein USB-Laufwerk installiertes Linux zu booten: Ging nicht. Egal was ich versucht habe.

Das auf dem PC installierte Linux hatte ich aus einer Laune heraus mal so eingerichtet, dass es sich sowohl im BIOS- als auch im UEFI-Modus booten ließ: Auch bzgl. der Bootgeschwindigkeit hatte UEFI nichts mal einen messbaren Vorteil: beides auf die Sek. genau gleich schnell (von SSD).

Zumindest sollte man Grub als Alternative hinzufügen. Das ist ja nicht viel:

pacman -S grub
mkdir /boot/grub
grub-mkconfig -o /boot/grub/grub.cfg
grub-install /dev/sda

UEFI ist aktuell Standard bei allen neuen PCs. Daher ist es sinnvoll, hier eine UEFI Installation zu beschreiben.
Die Anleitung für Einsteiger soll allgemein einen Einstieg vermitteln und nicht jedes individuelle Szenario abdecken.
Die Artikel zur Installation von Syslinux und GRUB für MBR boot sind verlinkt. Daher sehe ich keinen Änderungsbedarf.

Caramon2 schrieb:

Ich habe dann noch Xfce, LightDM und Xorg installiert, dann hatte ich keine Lust mehr: Alles abtippen zu müssen (wie gesagt, in der VM: links der Browser, rechts die VM - Wie macht man das, wenn man es native installiert? Zwei PCs? Wiki auf dem Handy?) und immer doppelt und dreifach auf Tippfehler zu kontrollieren, ist echt mühsam. - Zumal meine linke Hand (als Linkshänder) seit einem schweren Unfall stark eingeschränkt und weitestgehend ohne Tastsinn ist.

Es wäre schön, wenn das Livesystem zumindest ein rudimentäres GUI hätte: Auf einem Breitbildmonitor könnte man dann z. B. links den Browser öffnen und rechts das Terminal, so dass man die Befehlszeilen einfach rüber kopieren kann. - Dabei würde man das gleiche lernen und das besser, da man sich nicht aufs tippen und vermeiden/korrigieren von Tippfehlern konzentrieren muss.

Dann erstelle dir halt ein Installationsmedium mit GUI, wenn du das haben möchtest.

Offline

#3 31.05.2021 19:55:02

Dirk
Moderator

Re: Gedanken zur Einsteigeranleitung

Caramon2 schrieb:

Artix-Runit wird aber mein Produktivsystem werden

Na dann viel Spaß! Das richtige Forum für deine Zielsystem-Distribution findest du übrigens hier: https://forum.artixlinux.org

Caramon2 schrieb:

genfstab -Lp /mnt > /mnt/etc/fstab

Wäre nach UUID nicht vernünftiger?

Warum sollte es?

Alle Leute in meinem Umfeld haben noch PCs mit BIOS.

UEFI ist ein seit über 20 Jahren verfügbarer Firmwareschnittstellenstandard. Linux beherrscht UEFI seit 13 Jahren (seit Kernel 2.6.25). Und ob man das nun gut findet, was Microsoft macht, oder nicht, aber mindestens seit 6 Jahren muss jeder neue PC der mit Windows 10 verkauft wurde, ein UEFI-Mainboard haben (entweder ausschließlich, oder im Dual-Betrieb), da Microsoft empfiehlt, Windows 10 mit UEFI zu starten (was bei vorinstallierten Systemen der Standard ist).

Ich wette mit dir, dass die Rechner, sofern so etwa ab 2010 hergestellt, alle UEFI können.

Zumindest sollte man Grub als Alternative hinzufügen.

Das ist eine Anleitung dazu, wie man ein lauffähiges System auf Hardware der letzten 10-12 Jahre erhält, und zum Glück kein allumfassender Moloch mehr der auch noch drölfzig verschiedene Bootloader abhandelt, sondern eben das benutzt, was Standard ist. Wenn du gern Grub nutzen möchtest, mach das. Du weißt ja offensichtlich, wie das geht und warum du es willst, daher bist du sowieso nicht in der Zielgruppe dieser Anleitung.

Es wäre schön, wenn das Livesystem zumindest ein rudimentäres GUI hätte:

Arch ist eine Community-basierende Distribution, wenn du eine Installations-CD mit GUI willst, bau dir eine, bisher hatte keiner aus der Community Interesse daran.

apt purge [Zeichengrütze]

Ah ja.

Vor allem nicht alle 6 Monate immer wieder neu an die dann aktuelle Version anpassen

Da Arch Linux Rolling-Release ist, erübrigt sich das nach der Installation. Mein System hier ist immer noch die ~10 Jahre alte Erstinstallation.

Offline

#4 01.06.2021 02:23:44

tuxnix
Mitglied

Re: Gedanken zur Einsteigeranleitung

Hallo Andreas,

Caramon2 schrieb:

Wie macht man das, wenn man es native installiert? Zwei PCs? Wiki auf dem Handy?) und immer doppelt und dreifach auf Tippfehler zu kontrollieren, ist echt mühsam.

Du hast wahrscheinlich die Installations Spickzettel übersehen.
Die kannst du ausdrucken oder mit dem Lynx-Browser auf der Konsole aufrufen.

Da ist dann auch alles was in der Anleitung für Einsteiger nur erwähnt wird, ganz praktisch aufgeführt.
Bios-Rechner und Grub kommen dort auch nicht zu kurz.

Gruß tuxnix

Offline

#5 02.06.2021 19:00:24

Caramon2
Mitglied

Re: Gedanken zur Einsteigeranleitung

Hallo.

Leider macht mir der Wetterumschwung zu schaffen: Ich hatte gestern schon 25,8 °C in der (Dach)Wohnung und heute ist es nicht kühler: Das möchte ich mit dem PC nicht noch weiter aufheizen.

Deshalb schon mal vorab mit dem Kluglaut:

Mir geht es nicht darum hier zu meckern, sondern ich bin ein Einsteiger und installiere ein BS zum ersten Mal auf diese Art. Deshalb wollte berichten wie ich die Anleitung "erlebt" habe.

Zum Artix-Forum: Da bin ich angemeldet, aber englisch schreiben fällt mir schwer: Ich habe es vor Äonen gelernt (14 Tage vor dem Start von Apollo 11 geboren) und fast nie gebraucht. Lesen geht dagegen, da sich vieles aus dem Zusammenhang ergibt.

Artix-Spezifisches werde ich natürlich dort fragen, aber wenn es bereits Arch betrifft, bin ich hier doch näher an der Quelle. Deshalb installiere ich mir ja Arch als Referenzsystem.

Z. B. funktioniert mein USB3-Cardreader seit dem Kernel 5.12 nicht mehr am Front-USB3 meines PCs: Auch beim frisch installierten Arch im Text-Modus. Mit dem 5.11 gab es noch keine Probleme und mit dem 5.10-lts (beides Artix) funktioniert es weiterhin. - Das ist hier aber nicht Thema und ich muss es mir sowieso erst noch genauer ansehen.

Gruß,

Andreas

Offline

#6 03.06.2021 00:27:30

tuxnix
Mitglied

Re: Gedanken zur Einsteigeranleitung

Hallo Andreas,
wenn du als böser Meckerfritz herübergekommen wärst, dann hätte sich wohl niemand die Mühe gemacht, Punkt für Punkt auf deine Anliegen einzugehen.
Wenn du hier neu bist, kannst aber auch nicht wissen, dass es Sachen gibt die immer wieder mal Thema sind und das dann die ein oder andere Frage auch ein wenig nervig sein kann.

Ich hab keine Ahnung wer das in die Welt gesetzt hat, dass UUIDs in der /etc/fstab besser sind als LABELs.
Wichtig ist, sich zu merken, dass die Angabe von z.B. /dev/sda1 nicht gut ist, weil sich hier mal die Reihenfolge ändern kann.

Wenn man aber in der Lange ist, verschiedene Namen für die einzelnen Partitionen zu wählen. dann sind LABELs und UUIDs genauso eindeutig.
Beides, LABELs bzw. UUIDs werden beim Formatieren auf den Datenträger geschrieben und dienen dem gleichen Zweck.
In der Anleitung für Einsteiger, steht die Variante mit LABEL da, weil das anschaulicher ist und ein LABEL später auch viel einfacher zu handhaben ist, wenn es um die Konfiguration des Bootloaders geht. Die Unterschiede, die es trotzdem noch geben mag, sind sehr speziell. (Das hat Schad ja schon treffend ausgeführt). genfstab scheibt ja auch immer beides hin, sodass falls einmal Bedarf bestehen sollte, auch jederzeit gewechselt werden kann. (Oder vielleicht auch einfach nur deshalb weil sich kein Mensch eine UUID merken möchte)

Das andere Thema betrifft ein allgemeines Problem.
Man kann in so einer Anleitung nicht einen guten Überblick liefern und gleichzeitig alle möglichen Varianten bis ins letzte Detail abhanden wollen.
Deshalb gibt es nur noch eine Installationsart (die häufigste) als roten Faden der durch die Anleitung führt und an den Abbiegestellen wird dann zur jeweiligen Variation verlinkt.

Aber trotzdem ein Danke für die Anregungen. Ich nehme mal das -p aus dem 'genfstab -Lp /mnt > /mnt/etc/fstab' Befehl heraus.
Default Optionen muss man wirklich nicht extra angeben.

Grüße tuxnix

Beitrag geändert von tuxnix (03.06.2021 00:32:19)

Offline

#7 03.06.2021 11:28:42

Gerry_Ghetto
Mitglied

Re: Gedanken zur Einsteigeranleitung

tuxnix schrieb:

Ich hab keine Ahnung wer das in die Welt gesetzt hat, dass UUIDs in der /etc/fstab besser sind als LABELs.

Ich vermute mal, das wurde hauptsächlich von Leuten mit gesundem Menschenverstand und solchen mit dem nötigen Fachwissen in die Welt gesetzt.

Caramon2 schrieb:

Alle Leute in meinem Umfeld haben noch PCs mit BIOS. Mein PC ist der einzige mit UEFI und das nutze ich nicht zum booten, da mir die Konfiguration zu unübersichtlich ist und oft Probleme macht: Z. B. habe ich es noch nie geschafft, ein im UEFI-Modus auf ein USB-Laufwerk installiertes Linux zu booten: Ging nicht. Egal was ich versucht habe.

Das auf dem PC installierte Linux hatte ich aus einer Laune heraus mal so eingerichtet, dass es sich sowohl im BIOS- als auch im UEFI-Modus booten ließ: Auch bzgl. der Bootgeschwindigkeit hatte UEFI nichts mal einen messbaren Vorteil: beides auf die Sek. genau gleich schnell (von SSD).

Ich bezweifle sehr stark, dass "alle Leute" in deinem Umfeld PCs mit BIOS haben. Wie schon einmal erwähnt, wäre das sehr, sehr alte Hardware. Es kann hingegen gut sein, dass die Leute ein UEFI haben, aber dennoch ihre Systeme mit CSM (Compatibility Support Module) im BIOS-Modus booten.

Bei deinem Problem, dass du kein UEFI-System auf einem USB-Laufwerk booten konntest, kann ich dir nicht helfen, da ich nicht weiss, was du gemacht hast. Aber wenn es "nicht ging", dann hast du es wohl falsch versucht.

Zu deinen Messversuchen kann ich auch nichts sagen, weil ich nicht weiss, wie du gemessen hast, wie die Firmware eingestellt ist und wie die Systeme installiert sind. Grub verwendet zwar verschiedene Binärdateien für BIOS und UEFI, aber ich denke, dass das keinen grossen Einfluss auf die Bootgeschwindigkeit hat.
Da die Firmware für den BIOS-Modus eine zusätzliche Schicht lädt (CSM), kann es sein, dass der Bootvorgang dadurch langsamer wird. Ob es mess- oder spürbar ist, ist eine ganz andere Frage.

Wenn man aber UEFI mit einem BIOS vergleicht (also die wirkliche Firmware), dann kann es durchaus sein, dass UEFI deutlich schneller ist als BIOS. Aber UEFI ist im Prinzip nur eine Spezifikation der Schnittstellen. Die Hersteller sind nicht verpflichtet, UEFI möglichst performant zu implementieren.
Und sobald UEFI die Kontrolle an den Bootloader übergeben hat, läuft es dann "gleich" schnell wie sonst auch.


Das gute ist, dass hier jeder, wirklich jeder, der registriert ist, am Wiki arbeiten kann. Wenn du also Verbesserungen fürs Wiki hast, dann kannst du sie auch einpflegen. Was weniger gut ist, ist, dass es im Wiki keine Qualitätskontrolle gibt. Es kann also sein, dass falsche Informationen dann auch längere Zeit im Wiki verweilen.

Offline

#8 03.06.2021 12:27:34

Dirk
Moderator

Re: Gedanken zur Einsteigeranleitung

Gerry_Ghetto schrieb:
tuxnix schrieb:

Ich hab keine Ahnung wer das in die Welt gesetzt hat, dass UUIDs in der /etc/fstab besser sind als LABELs.

Ich vermute mal, das wurde hauptsächlich von Leuten mit gesundem Menschenverstand und solchen mit dem nötigen Fachwissen in die Welt gesetzt.

Eher ohne, denn Labels und UUIDs sind technisch gleichwertig zuverlässig. Labels sind darüber hinaus noch einfacher zu administrieren.

Offline

#9 03.06.2021 14:22:31

schard
Moderator

Re: Gedanken zur Einsteigeranleitung

Dirk schrieb:
Gerry_Ghetto schrieb:
tuxnix schrieb:

Ich hab keine Ahnung wer das in die Welt gesetzt hat, dass UUIDs in der /etc/fstab besser sind als LABELs.

Ich vermute mal, das wurde hauptsächlich von Leuten mit gesundem Menschenverstand und solchen mit dem nötigen Fachwissen in die Welt gesetzt.

Eher ohne, denn Labels und UUIDs sind technisch gleichwertig zuverlässig. Labels sind darüber hinaus noch einfacher zu administrieren.

Bis man einen USB Stick vor dem Booten anklemmt, der dasselbe Label wie die Root-Partition hat.
Wie gesagt. Beides hat Vor- und Nachteile. Ich verwende auf meinen PCs und Servern UUIDs damit sowas nicht passieren kann und auf unseren Digital Signage Systemen Labels, weil die dann einfacher zu klonen sind.
Und schaltet mal bitte einen Gang zurück und genießt das tolle Wetter draußen. big_smile

Offline

#10 03.06.2021 14:39:23

tuxnix
Mitglied

Re: Gedanken zur Einsteigeranleitung

schard schrieb:

Bis man einen USB Stick vor dem Booten anklemmt, der dasselbe Label wie die Root-Partition hat.

Einleuchtend!
(Labels brauchen unterschiedliche Namen)

Und schaltet mal bitte einen Gang zurück und genießt das tolle Wetter draußen. big_smile

Vielen Dank für den guten Tipp.
Ich hatte schon einen Post fast fertig in der Pipeline, aber einen Gang zurückschalten und das Wetter genießen ist wirklich besser als sich über Unsinn aufzuregen. (Und mit Unsinn meine ich jetzt nicht das Label vs. UUID Thema. das wäre ja noch interessant)

Beitrag geändert von tuxnix (03.06.2021 14:47:08)

Offline

#11 03.06.2021 15:49:01

Gerry_Ghetto
Mitglied

Re: Gedanken zur Einsteigeranleitung

Dirk schrieb:
Gerry_Ghetto schrieb:
tuxnix schrieb:

Ich hab keine Ahnung wer das in die Welt gesetzt hat, dass UUIDs in der /etc/fstab besser sind als LABELs.

Ich vermute mal, das wurde hauptsächlich von Leuten mit gesundem Menschenverstand und solchen mit dem nötigen Fachwissen in die Welt gesetzt.

Eher ohne, denn Labels und UUIDs sind technisch gleichwertig zuverlässig. Labels sind darüber hinaus noch einfacher zu administrieren.

Es geht nicht darum, ob es einfacher zu administrieren ist, sondern welches Konzept zur Eindeutigkeit besser ist. Natürlich ist es für einen Menschen einfacher, sich Labels zu merken anstelle von einer 128-Bit langen Zahl in binärer, hexadezimaler, dezimaler oder sonst einer Form.

UUID ist eine 128-Bit Zahl und wird so generiert, dass sie mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit als universell eindeutiger Bezeichner verwendet werden kann. Es ist zwar technisch möglich und auch schon vorgekommen, dass zwei Partitionen im gleichen System den gleichen Bezeichner haben, aber auch sehr, sehr unwahrscheinlich.

Dieses Designziel der Eindeutigkeit ist bei Partitionslabeln nicht gegeben und genau darin liegt auch das Problem.
Erschwerend kommt hinzu, dass Label bei Partitionen ein Teil des verwendeten Dateisystems sind. Wenn ich zum Beispiel das Wort "Rinderkennzeichnungsfleischetikettierungsüberwachungsaufgabenübertragungsgesetz" als Label für eine Partition setzen möchte und für die zweite Partition das eindeutig andere Wort "Rinderkennzeichnungsfleischetikettierungsüberwachungskamera", welches Dateisystem kann ich dann wählen oder mit welchen Konsequenzen müsste ich leben, wenn ich das "falsche" Dateisystem wählen würde?
Welche Zeichen (character) sind erlaubt? Darf ich 'ü' verwenden oder sollte ich lieber "ue" verwenden? Werden Gross- und Kleinbuchstaben unterschieden?

Jetzt kann man natürlich zu Recht einwenden, dass man so lange Wörter in der Praxis nicht für Labels verwendet. Dem stimme ich zu. Ich gehe davon aus, dass ein normaler Mensch eine Partition auf seinem Laptop wahrscheinlich eher mit "Daten" kennzeichnet. Und weil er damit gute Erfahrungen gemacht hat, wird er auch auf seinem PC eine Partition, die Daten enthält auch mit "Daten" kennzeichnen. Wenn jetzt der selbe Mensch, warum auch immer, beide Festplatten am gleichen System anschliesst, dann ist es nicht mehr sicher, dass auch die richtige "Daten"-Partition eingebunden wird. Würde man allerdings UUIDs verwenden, wäre auch in diesem Fall mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit die richtige Partition eingebunden worden.

Es kann von mir aus jeder glauben, was er will. Aber dass UUIDs besser als Labels sind, hat aus meiner Sicht durchaus einen Grund. Es kann auch jeder Labels verwenden, wenn man mag. Und ich streite auch nicht ab, dass Labels eine Daseinsberechtigung haben. Aber es schadet sicher nicht, sich der "Probleme und Gefahren" von Labels bewusst zu sein.

Offline

#12 03.06.2021 16:54:48

tuxnix
Mitglied

Re: Gedanken zur Einsteigeranleitung

Offenbar muss es dann eben doch sein.

Gerry Getto,
Ich glaube nicht, dass du  auch nur im Entferntesten dir anmaßen solltest etwas über "normale Menschen" zu sagen.

Was du über die UUID sagst hat ja Hand und Fuß.
Aber niemand möchte den Sinn der UUIDs anzweifeln oder sie schlecht machen.
UUIDs werden automatisch generiert, sind mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit eindeutig und erfüllen ihren Zweck.

Der "normale" Mensch mag unendlich dumm sein im Vergleich zu dir, aber bei gut 7 Milliarden davon dürfte es sich durchgesetzt haben, seinen Kindern unterschiedliche Namen zu geben und je nach Wortschatz dürften auch alle durchaus in der Lage sein Partitionen unterschiedliche "kurze" praktische Namen zu verpassen.

Das was du hier konstruierst, ist nur dann ein Problem, wenn man alle anderen Menschen für restlos bescheuert hält.
Denn es gibt wohl kaum jemand auf der Wellt, der nicht abstrahieren kann, dass ein Computer nicht funktionieren kann wenn man alles mit "Daten" benennt.

Es geht auch präzise gesagt nicht darum zu entscheiden ob LABELs besser sind als UUIDs.
Keinesfalls!
Aber für den "normalen" Menschen machen LABELs durchaus Sinn.

Ursprünglich ging es lediglich darum ob man ein
genfstab -U ... oder ein genfstab -L ... nimmt um einen ollen PC zum Laufen zu bekommen.

Ich habe dazu lediglich sagen wollen, dass das eine so gut wie das andere ist.
Die Unterschiede die sich durchaus mal ergeben könnten, tauchen erst dann auf, wenn man seinen PC wieder umbaut.
Und da gibt es sogar Fälle in denen es höchst praktisch ist, wenn der Datenträger den man austauscht auch mit "Daten" benannt ist.

Ich fand deinen letzten Post beleidigend und anmaßend.
Nicht nur mir gegenüber, sondern auch dem Ersteller des Theads und den Leuten gegenüber die sehr wohl eine Qualitätskontrolle in der Wiki machen.
Davon hast du aber keine Ahnung weil du noch nie dort etwas beigetragen hast. Jedenfalls weiß ich, dass die Qualitätskontrolle dort sofort zuschlägt sobald man dort Unsinn verzapft.
Du kannst es ja mal selbst versuchen, da darf ja jeder schreiben.

Gruß tuxinx

Offline

#13 03.06.2021 18:32:03

Caramon2
Mitglied

Re: Gedanken zur Einsteigeranleitung

Nach dem formatieren die Partitionen nach Label zu mounten, fand ich geschickt, aber in der fstab hat das IMO nichts zu suchen: Da muss sich niemand was merken und welche Partition was ist, sieht man ja schon am Einhängepunkt.

Das erste Beispiel mit dem einfacher kopieren ist gut: Dann hat man zwei Partitionen mit identischer Bezeichnung. Das gibt bestimmt keine Probleme.

In der Anleitung sollte zumindest darauf hingewiesen werden, dass dann auf keinen Fall eine andere Partition, USB-Stick, optischer Datenträger, irgendeine Partition auf irgendeinem externen Laufwerk (insbesondere wenn von Bekannten, oder so - gilt auch für Sticks, usw.), den selben Namen haben darf: Das sollte man kontrollieren, bevor man den Datenträger anschließt.

Ich würde so ein System jedenfalls genauso wenig booten wollen, wie eins, wo die Partitionen mit /dev/sda1, usw. in der fstab sozusagen fest verdratet sind.

Kopieren geht auch so einfach: per "rsyn -vaxH" auf die leere Partition und dann die UUIDs (z. B. "lsblk -f") in fstab und grub.cfg des Ziels anpassen.

Mache ich laufend und wechsle dabei auf gerne das Dateisystem: Arch hatte ich z. B. in dem .qcow2 auf xfs Installiert und als ich es heute morgen auf die externe SSD übertragen habe, habe ich dort btfs+force:zstd genutzt: Da alle anderen PCs in meinem "Umfeld" (= um die ich mich kümmere) nur von USB2 booten können, bringt die Komprimierung deutlich Vorteile.

Offline

#14 03.06.2021 19:36:39

tuxnix
Mitglied

Re: Gedanken zur Einsteigeranleitung

Selbst auf die Gefahr hin, dass die gleiche Diskussion in ein paar Wochen genau anders herum geführt wird, hab ich den Eintrag gerade mal abgeändert.
Schauen wir mal. Mir ist da am Wichtigsten, dass die Meisten Leute damit zurecht kommen und der 'genfstab' Befehl generiert ja immer beides.

Beitrag geändert von tuxnix (03.06.2021 19:38:56)

Offline

#15 04.06.2021 00:18:23

Caramon2
Mitglied

Re: Gedanken zur Einsteigeranleitung

Danke.

Ich denke, das wichtigste an einer Anleitung für Einsteiger ist, dass man möglichst einfach und übersichtlich zu einem stabilen System kommt. Für irgendwelche Optimierungen ist dann immer noch Zeit. Insbesondere da die Arch-Installation im Vergleich zum gewohnten klickibunti anspruchsvoller ist, sollte man das nicht noch unnötig verkomplizieren.

Btw:

Mir ist dazu noch etwas anderes eingefallen: p_arch und p_home sind ja nicht gerade schöne Namen: Es gibt sicherlich genug Spezialisten (dazu könnte ich einiges erzählen), die die Anleitung 1:1 übernehmen und die Bezeichnungen dann "hübscher" gestalten wollen, ohne dass ihnen bewusst ist, dass die fstab auch angepasst werden muss. - Oder wird das automatisch mit geändert, wenn man die Partitionen z. B. mit Gnome-Disks umbenennt?

Für mich haben Labels in der fstab immer mehr von russischen Roulette, je länger ich darüber nachdenke…

Eine Datenträgerbezeichnung sollte nur kosmetisch sein, aber keine Systemrelevante Funktion haben. Dafür ist sie zu leicht unbedacht geändert.

Falls jemand wieder Labels will, kannst du ihm/ihr/es gerne das hier verlinken.

Gute Nacht. :-)

Offline

#16 04.06.2021 07:20:52

tuxnix
Mitglied

Re: Gedanken zur Einsteigeranleitung

Keine Ursache. (Schauen wir mal)
Das Thema, welche der beiden Möglichkeiten in der fstab genutzt wird, ist halt endgültig nicht ab zu handeln. Das war auch schon immer mal wieder Thema hier.
Arch Linux lässt jedem die Möglichkeit. Was hier auf der einen Seite für Eindeutigkeit spricht, ist auf der anderen Seite die durchaus gewünschte Flexibilität.
Bei Manjaro, das soll jetzt aber keine Leitlinie sein, steht übrigens "LABEL=BOOT_MNJRO und LABEL=ROOT_MNJRO" ohne dass die Welt dort sofort zusammenbricht.

Offensichtlich machst du viel und schaust danach, dass alles Narrensicher ist.
Was die Anleitung angeht, genügt es jedenfalls mir an der Stelle, wenn jemand registriert, das die fstab wichtig ist.
Wer genauer hinsieht, kann auch entdecken, dass es unterschiedliche Möglichkeiten hat.
Wer noch mehr wissen will, kann im Artikel fstab nachschauen.
Wenn dann später jemand sein System kaputt machen will, prima! Dann lernt er dazu.
Das will ich niemandem wegnehmen.

Was m.M.n. viel wichtig ist, ist dass es einen roten Faden in der Anleitung gibt und dass nicht überall steht:
"Mach es genau so - oder noch besser genau anders herum - und bitte denke daran, es gibt noch 5 andere Möglichkeiten"
Dann nennen wir das besser gleich "Anleitung für Aussteiger" wink

Offline

#17 04.06.2021 09:57:24

Dirk
Moderator

Re: Gedanken zur Einsteigeranleitung

Freunde, Freunde smile Wir führen hier doch keine Grundsatzdiskussion, also bitte ...

Zum Thema: In der Einsteigeranleitung sollte es so einfach wie möglich sein. Das was Standard ist, sollte benutzt werden. Wenn standardmäßig Label benutzt werden, dann Label, wenn standardmäßig UUIDs benutzt werden, dann UUIDs. Wenn allerdings standardmäßig Devices benutzt werden, dann das, was eindeutiger ist: also UUIDs. Wer dann später sein System leichter verständlich machen will, kann dann immer noch Label benutzen - das ist aber nicht mehr Teil der Einsteigeranleitung.

tuxnix schrieb:

Bei Manjaro, das soll jetzt aber keine Leitlinie sein, steht übrigens "LABEL=BOOT_MNJRO und LABEL=ROOT_MNJRO" ohne dass die Welt dort sofort zusammenbricht.

Ich nutze seit bestimmt 20 Jahren schon Label (HOME für /home, ROOT für /, und - wo eingerichtet - SWAP für den Swap-Platz), und mir ist deswegen noch nie irgendwas passiert.

Offline

#18 04.06.2021 16:26:35

Caramon2
Mitglied

Re: Gedanken zur Einsteigeranleitung

tuxnix schrieb:

Bei Manjaro, das soll jetzt aber keine Leitlinie sein, steht übrigens "LABEL=BOOT_MNJRO und LABEL=ROOT_MNJRO" ohne dass die Welt dort sofort zusammenbricht.

Manjaro ist ein ganze eigenes Thema: Das war das erste Rolling Release, das ich mit als Ersatz für LinuxMint 18.3 im Dez. 2019 angesehen habe: Auf Computerbase wurde es vorgestellt. Gefallen hat mir besonders, dass es standardmäßig Xfce nutzt (meinem absoluten Favoriten) und deren Webseite machte einen beeindruckend guten Eindruck. Ich habe aber schnell gemerkt, dass es unter der Haube ziemlich vermurkst ist. Inbes. nervte es beim booten ständig mit Kernel Panic:

Wie ich dann herausgefunden habe, bootet es nur mit dem eigenen Grub: Wenn ich es mit dem Grub einer anderen Distribution booten will (egal ob andere Arch-Derivate, Solus, Ubuntu, oder sonst was - ich hatte mehrere Distributionen parallel installiert), kam es zur Panikattacke. - Per Google habe ich schnell (auch ältere) Meldungen gefunden wo das bemängelt wird, trotzdem wird es nicht behoben, ist also offenbar gewollt.

Erschwerend kam hinzu, dass update-grub bei Manjaro elend langsam ist: Z. B. brauchte es bei 7 parallelen Distributionen auf der selben SSD über eine Minute, während alle anderen dafür kaum 20 Sek. gebraucht haben. Außerdem wurde nach dem booten fast jedes Mal ein Kern für ca. 2 Min. voll ausgelastet: Lt. Systemmonitor irgendwas mit man-db.

Pamac blieb bei Installationen/Upates oft hängen, was ich ihm aber angewöhnen konnte indem ich den Einstellungen die parallelen Downloads auf Null gesetzt habe. Danach passierte das nicht mehr.

Da ich einiges installiert hatte, was ich mir noch ansehen wollte (u. a.  Fractalus: das kannte ich noch vom C64 und dem Atari 800 XL), habe ich Manjaro noch eine Weile mitgeschleppt, aber dann wurde es mir zu blöd. Ich habe mir die noch ausstehenden Sachen notiert und Manjaro platt gemacht: Nie wieder!


Offensichtlich machst du viel und schaust danach, dass alles Narrensicher ist.

Mein Vater war der König aller DAUs, da wird man vorsichtig: Einmal war ich nach einem Besuch kaum Zuhause, da klingelte das Telefon und er schnauzte mich wütend an, wieso ich immer alles ändere, wieso kann es nicht so bleiben wie es ist, usw.

Dabei hatte ich überhaupt nichts geändert, nur Updates (damals noch WinXP) eingespielt: Das automatisch Update habe ich nie genutzt. Ich wollte selbst bestimmen, was wann aktualisiert wird. Mein Vater wäre auch überfordert gewesen, würden plötzlich irgendwelche Meldungen erscheint: Es hatte es z. B. niemals hinbekommen, den Flash-Player zu aktualisieren, egal wie oft ich es ihm gezeigt habe: Es scheiterte daran, dass er immer vergessen/übersehen hat, den Haken bei AGB zu setzen: "Bei mir funktioniert "weiter" nicht."

Jedenfalls stellte es sich dann heraus, dass dieses "alles anders" zwei miteinander vertauschte Desktop-Icons waren: Es gab auch einen neuen GraKa-Treiber, wo bei der Installation die Auflösung zurück gesetzt (damals noch ein CRT) und die Desktop-Icons gewürfelt wurden. Ich habe sie soweit ich es in Erinnerung hatte, wieder angeordnet und mich bei den beiden eben vertan. - Mir wäre nie in den Sinn gekommen, dass das überhaupt auffällt, geschweige den als großes Problem.

Interessanterweise hatte es später mit LinuxMint fast auf Anhieb nie gravierende Probleme. Selbst die Updates konnte er von Anfang an eigenständig installieren, obwohl das viel aufwändiger war, als alles was er jemals unter Windows zustande gebracht hat: Wenn das Tray-Icon der Aktualisierungsverwaltung blau ist, sie öffnen indem man drauf klickt, dann auf "Aktualisierungen installieren", Passwort eingeben (Groß/Kleinbuchstaben und Ziffern - nichts triviales), ggfs. zusätzliche Abhängigkeiten bestätigen und nachdem die Aktualisierungen installiert wurden, die Aktualisierungsverwaltung wieder schließen.

Alles von selbst und in meiner Abwesenheit. - Er hat mir sogar mal erzählt, dass er das gerne macht: Da er früher sehr viel selbst am Auto gemacht hat, hat ihn das vielleicht das Gefühl gegeben, sich jetzt auch etwas um den PC zu kümmern, was ja stimmte.

Er fing an, im Bekanntenkreis darüber zu reden wie gut ihm Linux gefällt und hat manchmal sogar darüber gelästert, was die anderen wieder für Probleme mit Windows hatten.

Also dass Linux nichts für Anfänger ist, ist definitiv falsch. Man muss nur jemanden kennen, der es einem vernünftig einrichten: Mit einem effizienten, flexiblen DE wie Xfce. ;-)

Ich habe davor auch profitiert, da man so merkt, wie viel vermeintlich Selbstverständliches es gar nicht ist: Frei nach: "Du musst durch diese Tür." - Bumm "Aua!" - "Zuerst die Tür öffnen, dann durchgehen!" :-)

Was m.M.n. viel wichtig ist, ist dass es einen roten Faden in der Anleitung gibt und dass nicht überall steht:
"Mach es genau so - oder noch besser genau anders herum - und bitte denke daran, es gibt noch 5 andere Möglichkeiten"
Dann nennen wir das besser gleich "Anleitung für Aussteiger" wink

Als ich 2015 mit LinuxMint 17.1 angefangen bin, habe ich mir jeden Schritt notiert, um es jederzeit nachvollziehen zu können. Da ich laufend viel neues gelernt habe, habe ich es immer gleich eingepflegt und wenn ich das Gefühl bekam, ich habe schon zu viel daran herumgebastelt, habe ich es platt gemacht und es nach meinen Notizen mit der aktuellen Konfiguration sauber neu installiert: Geht ja schnell.

Als ein entfernter (ca. 400 km) Bekannter dann sagte er würde sich auch gerne mit Linux beschäftigen, habe ich es ins Reine geschrieben und zu einer Anleitung ausformuliert. Dabei war es mir wichtig, die einzelnen Schritte zu erklären, damit er es auch versteht und nicht nur hirnlos abtippen muss. - Nach ein paar Nachfragen, hat er es auch hinbekommen und konnte mir helfen, die Anleitung zu verbessern. Statt der Notizen habe ich die Anleitung dann weitergeführt.

Falls du (oder jeder andere) dir ansehen möchtest, was ich mir da im Laufe der Zeit zusammengeflickschustert habe, ich habe es noch auf meinem Google Drive: LinuxMint (R.I.P.)

Als es mit der 18.3 zu Ende ging, hatte ich zuerst versucht doch die 19.3 zu installieren (ich dachte, dann hätte ich erst mal wieder Ruhe), aber die hatte sich immer wieder selbst zerschossen: Das habe in der abgebrochenen 19.3 Anleitung beschrieben. - Wichtig: Dazu braucht mir niemand etwas schreiben. Ich will zu LinuxMint nichts mehr wissen und die Anleitungen entsprechen auch nicht mehr meinem Kenntnisstand. Inzwischen mache ich einiges anders.

Den beschriebenen zRAM-Bug konnte ich auch mit LinuxMint 20 reproduzieren und auch mit Zorin 15.3. Nicht aber mit der aktuellen LinuxMint Debian-Edition, egal wie ich versuchte es zu provozieren. Das scheint also von Ubuntu vermurkst worden zu sein.

Bin fertig. :-)

Ich wünsche allen ein schönes WE,

Andreas

Offline

#19 05.06.2021 10:33:07

Caramon2
Mitglied

Re: Gedanken zur Einsteigeranleitung

Hätte ich fast übersehen:

Dirk schrieb:

Ich nutze seit bestimmt 20 Jahren schon Label (HOME für /home, ROOT für /, und - wo eingerichtet - SWAP für den Swap-Platz), und mir ist deswegen noch nie irgendwas passiert.

Solange das einem bewusst ist, ist das ja auch ok. Da würden auch "A" und "B" reichen. Oder ganz retro: "C:" und "D:" - Das hätte doch was. :-)

Es geht ja nur darum Überschneidungen auszuschließen und da sind UUIDs rechnerisch um viele Größenordnungen zuverlässiger/sicherer.

Oder anders: Würdest würdest du z. B. beim Online-Banking als Passwort HOME, ROOT oder SWAP nutzen? - Da sollte man auch ausschließen, dass kein Anderer es nutzt.

Btw:

"Es ist noch nie etwas passiert." ist ein ziemlich dummes Argument:

Mir war nach (damals) fast 20 Jahren mit Führerschein (ab Mofa) auch noch nie etwas passiert, trotzdem hatte ich mich angeschnallt: Zeitungsbericht.jpg

Als ich einen Nissan Micra überholen wollte, zog die Fahrerin plötzlich raus (lt. Zeugenaussagen) und durch eine zu heftige Schreckreaktion habe ich die Kontrolle verloren.

Zum Glück habe ich daran keine Erinnerung. Nicht mal ein ungutes Gefühl an der Stelle, oder auch nur eine unterschwellige Abneigung: Ich fahre die Strecke weiterhin gerne und hatte auch schon damals, nach über einem halben Jahr im Krankenhaus, keine Probleme damit mich gleich wieder hinters Steuer zu setzten.

Offline

#20 05.06.2021 11:00:35

Henrikx nicht online
Gast

Re: Gedanken zur Einsteigeranleitung

QT

Das du da lebend raus gestiegen bist...ich nenne so was Schutzengel

#21 05.06.2021 12:14:41

Caramon2
Mitglied

Re: Gedanken zur Einsteigeranleitung

Ich hatte zwei: Den Toyota Celica TS (mein Vater sagte, die Türen ließen sich noch fast normal schließen, die Fahrertür musste er nur leicht anheben) und die Ärztin die zufällig dort war, von der aber niemand wusste, wer das war. - Trotzdem soll ich nur noch 2 Ltr. Blut im Körper gehabt haben, als ich im Krankenhaus eintraf. Dann gleich für zwei Wochen ins künstliche Koma und meine erst Erinnerung habe ich noch ein oder zwei Wochen später (obwohl ich währenddessen ansprechbar gewesen sein soll): Da waren schon alle Wunden versorgt. Schmerzen habe ich (bewusst) nie gehabt.

Tipp: Die Ärztin soll zwei Verbandskästen verbraucht haben. Deshalb habe ich inzwischen drei Stück im Auto (mehr passen nicht hinter den Fahrersitz): Einen aktuellen und die letzten beiden abgelaufenen. - Die sind auch noch eingeschweißt, nur der Kleber von den Pflastern hält vielleicht nicht mehr so gut.

Beitrag geändert von Caramon2 (05.06.2021 12:15:24)

Offline

#22 05.06.2021 12:38:44

Dirk
Moderator

Re: Gedanken zur Einsteigeranleitung

Caramon2 schrieb:

Es geht ja nur darum Überschneidungen auszuschließen und da sind UUIDs rechnerisch um viele Größenordnungen zuverlässiger/sicherer.

Im vergleich zu einem Label ist eine UUID eindeutiger, das ist richtig. Allerdings nicht wie eingangs impliziert generell zuverlässiger. Ob man nun ein Label oder eine UUID benutzt, um ein Dateisystem zu referenzieren macht effektiv keinen Unterschied, da beides immer eindeutig dieses eine Dateisystem benennt, und anders als Device-Nodes nicht „zufällig“ mal ein anderes.

Caramon2 schrieb:

Oder anders: Würdest würdest du z. B. beim Online-Banking als Passwort HOME, ROOT oder SWAP nutzen? - Da sollte man auch ausschließen, dass kein Anderer es nutzt.

Na klar würde ich, schließlich hinkt nichts besser, als ein Vergleich. Da ich Chip-TAN nutze, habe ich einen Zweiten Faktor zur Anmeldung, der nicht auf dem Client erzeugt wird, sondern mittels meiner Bankkarte und einem Lesegerät.

Caramon2 schrieb:

"Es ist noch nie etwas passiert." ist ein ziemlich dummes Argument:

Ganz unabhängig vom Thema des Threads ist es allerdings ein sehr guter Indikator für die Zuverlässigkeit einer Methode. Warum sollte jemand eine seit Jahrzehnten ohne jegliche Probleme funktionierende Methode ändern, nur weil theoretisch die Möglichkeit eines Fehlers besteht?

Offline

#23 05.06.2021 17:50:21

Caramon2
Mitglied

Re: Gedanken zur Einsteigeranleitung

@Dirk: Wie gesagt, selbst A und B wären ok, wenn man selbst darauf achtet. Ich würde aber niemandem ein nach Labels konfigurieres System hinstellen, weil egal wie eindrücklich ich zu erklären versuche, dass die Namen niemals nie nicht geändert werden dürfen: Das wäre schnell vergessen und irgendwann käme einer bestimmten auf die Idee, einen "schöneren" Namen zu vergeben. Z. B. vom neuen Haustier, oder was auch immer. Oder auch nur versehentlich, weil derjenige dachte, das wäre was anderes. - Wie wahrscheinlich wäre das bei den UUIDs, die von denen niemand kennt, oder gar wüsste, wie er die ändern sollte?

So gesehen sind UUIDs viel zuverlässiger, da kein Otto Normalo auch nur versehentlich daran herumpfuschen kann.

Der Vergleich sollte nur zeigen, in welchem Verhältnis UUIDs "sicherer" sind: Ein "HOME" wäre sicherlich in einem Wimpernschlag "geknackt" (dabei von "geknackt" zu sprechen ist richtiggehend absurd), während selbst ein Supercomputer viele Minuten brauchen würde, wäre eine UUID das Passwort.

Bei Meltdown/Spectre ist auch nie was passiert, bevor es bekannt war.

Lass uns das hier bitte abschließen. - Ich denke jeder von uns weiß was der andere meint und alles weitere wäre nur Haarspalterei.

Offline

#24 05.06.2021 17:54:21

tuxnix
Mitglied

Re: Gedanken zur Einsteigeranleitung

Im Vergleich zu einem LABEL ist eine UUID eindeutiger

Man kann mit LABELs beliebig wahrscheinlich Eindeutigkeit erzeugen, aber auch absichtlich mögliche Zweideutigkeiten nutzen.
Und dann kann man LABELs auch noch ganz flexibel Umbenennen ohne alle Daten löschen zu müssen.
Natürlich kann man auch, falls man sehr unbedacht damit umgeht, auch mal einen Fehler machen.
Aber wenn man erlauben möchte, dass Menschen mit ihrem Kram das machen können was sie wollen, dann ist Flexibilität eine sehr wichtige Eigenschaft.
Im Grunde kennt jeder die möglichen Probleme der mit Sprache umgeht.

Aber um es mal lustig zu betrachten, schlage ich das hier vor:
LABEL=e79bf648-bb6c-4204-8e01-aff13df2bf03

Offline

#25 05.06.2021 18:43:05

Dirk
Moderator

Re: Gedanken zur Einsteigeranleitung

Caramon2 schrieb:

So gesehen sind UUIDs viel zuverlässiger, da kein Otto Normalo auch nur versehentlich daran herumpfuschen kann.

Doch, natürlich, jemand der das Label verändern kann, kann auch die UUID verändern.

Caramon2 schrieb:

Der Vergleich sollte nur zeigen,

Der Vergleich geht an dem vorbei, was die Ursprüngliche Aussage war. Labels und UUIDs sind technisch vollkommen identisch zuverlässig um ein bestimmtes Dateisystem anzusprechen und jeweils für sich genommen zuverlässiger als Device-Nodes.

An keiner einzigen Stelle kommt bei der technischen Zuverlässigkeit das Faktum zum Tragen, dass es bei zwei identischen Labels oder UUIDs zu Problemen kommt, noch, dass UUIDs aufgrund der Art wie sie erzeugt werden, im Vergleich zu anderen UUIDs eindeutiger sind als Labels im vergleich zu anderen Labels.

tuxnix schrieb:

Und dann kann man LABELs auch noch ganz flexibel Umbenennen ohne alle Daten löschen zu müssen.

Das geht mit UUIDs selbstverständlich auch.

Offline

Fußzeile des Forums