#1 05.05.2019 11:55:41

mugwump
Mitglied

USB-Stick: Falscher Dateisystemtyp, ungültige Optionen, der Superblock

Ich habe hier zwei USB-Sticks mit wichtigen Daten, die ich bis vor kurzem problemlos mounten konnte. Nun bekomme ich die Meldung "Falscher Dateisystemtyp, ungültige Optionen, der Superblock von /dev/sdb ist beschädigt, fehlende Kodierungsseite oder ein anderer Fehler."

Ich weiß, was auf den Sticks ist und abgesehen von mir hat niemand sonst sie benutzt. Das Dateisystem müsste ext4 sein. 100%-ig sicher bin ich mir aber nicht...

Komisch finde ich, dass beide Sticks plötzlich nicht mehr funktionieren. Eine Erklärung wäre, dass sie redundante Daten enthalten, die ich allerdings manuell "synchronisiere". Ich gehe davon aus, dass ich die Änderung auf StickA beim letzten Mal auch auf StickB durchgeführt habe. Möglicherweise ist dabei etwas kaputtgegangen.

Hier diverse Outputs:

fdisk /dev/sdb -l
Festplatte /dev/sdb: 7,3 GiB, 7807401984 Bytes, 15248832 Sektoren
Festplattenmodell: TransMemory     
Einheiten: Sektoren von 1 * 512 = 512 Bytes
Sektorgröße (logisch/physikalisch): 512 Bytes / 512 Bytes
E/A-Größe (minimal/optimal): 512 Bytes / 512 Bytes
dumpe2fs /dev/sdb
dumpe2fs 1.45.0 (6-Mar-2019)
dumpe2fs: Keine Berechtigung beim Versuch, /dev/sdb zu öffnen
Es kann kein gültiger Dateisystem-Superblock gefunden werden.
[karim@karim ~]$ sudo mount /dev/sdb
mount: /mnt/usb: Falscher Dateisystemtyp, ungültige Optionen, der Superblock von /dev/sdb ist beschädigt, fehlende Kodierungsseite oder ein anderer Fehler.
parted -l /dev/usb
/dev/mapper/control: open failed: Keine Berechtigung
Failure to communicate with kernel device-mapper driver.
Incompatible libdevmapper 1.02.156 (2019-03-22) and kernel driver (unknown version).
e2fsck 1.45.0 (6-Mar-2019)
ext2fs_open2: Ungültige magische Zahl im Superblock
e2fsck: Superblock ungültig, Datensicherungs-Blöcke werden versucht ...
e2fsck: Ungültige magische Zahl im Superblock beim Versuch, /dev/sdb zu öffnen

Der Superblock ist unlesbar bzw. beschreibt kein gültiges ext2/ext3/ext4-
Dateisystem. Wenn das Gerät gültig ist und ein ext2/ext3/ext4-
Dateisystem (kein swap oder ufs usw.) enthält, dann ist der Superblock
beschädigt, und Sie könnten versuchen, e2fsck mit einem anderen Superblock
zu starten:
    e2fsck -b 8193 <Gerät>
 oder
    e2fsck -b 32768 <Gerät>

Ich bin kein Profi. Wer weiß einen Lösungsansatz?

Offline

#2 05.05.2019 12:01:42

schard
Moderator

Re: USB-Stick: Falscher Dateisystemtyp, ungültige Optionen, der Superblock

Normalerweise werden Blockdevices erst partitioniert, dann formatiert.
Ergo wäre es üblich, wenn die Daten deines USB Sticks auf /dev/sda1 statt /dev/sda wären.
Zudem erfordern dumpe2fs und parted root-Privilegien. Daher kommen die "Keine Berechtigung"-Fehlermeldungen in deiner Ausgabe.

Offline

#3 05.05.2019 12:26:49

mugwump
Mitglied

Re: USB-Stick: Falscher Dateisystemtyp, ungültige Optionen, der Superblock

Danke Dir für Deine Antwort! Ich schließe daraus, dass ich bereits bei der Partitionierung der Sticks einen Fehler gemacht habe, der aber nicht an der Wurzel des Problems liegen sollte, da die Sticks vorher ja funktionierten.


Hier mit der Output der Befehle mit root-Privilegien. Schlauer werde ich dadurch nicht:


sudo parted -l /dev/sdb

Fehler: /dev/sdb: unbekannte Partitionstabelle
                                                             Modell: TOSHIBA TransMemory (scsi)
Festplatte  /dev/sdb:  7807MB
Sektorgröße (logisch/physisch): 512B/512B
Partitionstabelle: unknown
Disk-Flags: 

sudo dumpe2fs /dev/sdb

dumpe2fs 1.45.0 (6-Mar-2019)
dumpe2fs: Ungültige magische Zahl im Superblock beim Versuch, /dev/sdb zu öffnen
Es kann kein gültiger Dateisystem-Superblock gefunden werden.

Offline

#4 05.05.2019 12:39:08

niemand
Mitglied

Re: USB-Stick: Falscher Dateisystemtyp, ungültige Optionen, der Superblock

Offensichtlich ist der Stick gar nicht partitioniert. Lässt sich einfach beheben. Anschließend nicht vergessen, die erzeugte Partition auch mit einem Dateisystem zu formatieren, und schon sollte es funktionieren.

Offline

#5 05.05.2019 14:43:36

GerBra(offline)
Gast

Re: USB-Stick: Falscher Dateisystemtyp, ungültige Optionen, der Superblock

niemand schrieb:

Offensichtlich ist der Stick gar nicht partitioniert. Lässt sich einfach beheben. Anschließend nicht vergessen, die erzeugte Partition auch mit einem Dateisystem zu formatieren, und schon sollte es funktionieren.

Hier solltest Du ggf. noch hinzufügen, daß dann auch die evtl. vorhandenen Daten (mehr oder weniger) "weg" sind bzw. schwerer wieder herstellbar wären.
Wenn der/die Sticks vorher funktionierten - und auch partitioniert gewesen sind - dann hat evtl. etwas oder jemand die Partitionstabelle gelöscht.
Dann wäre ein vorheriger Versuch diese wieder herzustellen möglicherweise erfolgreicher, und dann könnte möglicherweise auch das ext4 auf der/den Partitionen wieder erkannt werden (richtiger Superblock).
Testdisk aus dem gleichnamigen Paket im Repo kann das, siehe auch:
https://wiki.archlinux.org/index.php/File_recovery
https://wiki.archlinux.org/index.php/Fi … d_PhotoRec

Und:

mugwump schrieb:

Ich habe hier zwei USB-Sticks mit wichtigen Daten,...

So ganz wichtig waren die wohl nicht, sonst würde ja *ein* Backup/Kopie noch vorhanden sein...<g>

Dann beim Austesten sicherheitshalber mit (dd)-Images der Sticks arbeiten(siehe auch der Wikiartikel), wenn mit testdisk versucht wird die evtl. vorhandene Partitionstabelle wiederherzustellen. Einfach um zum Original(problem)zustand zurückkehren zu können, falls die Reperatur mehr kaputt macht als hilft.

NB: Ich hatte schon etliche Fälle, bei denen Windows gerade Sticks "unbrauchbar macht" bzw. zum neu formatieren anmeckert, v.a. wenn diese nicht vom Fenstersystem unterstützte Dateisysteme hatten. Evtl. war es ja sowas...

#6 05.05.2019 16:18:08

mugwump
Mitglied

Re: USB-Stick: Falscher Dateisystemtyp, ungültige Optionen, der Superblock

Das ist mir jetzt echt peinlich. Die Daten sind offensichtlich wichtig und ich habe vorher wohl doch kurz nachgedacht und beide Sticks mit VeraCrypt verschlüsselt... Funktioniert alles. Daten sind sicher.

Ein ganz dickes Sorry an euch, die ihr euch umsonst die Zeit genommen habt!

Offline

#7 06.05.2019 07:39:05

Galde75
Mitglied

Re: USB-Stick: Falscher Dateisystemtyp, ungültige Optionen, der Superblock

Was mir aufgefallen ist und hier unbedingt benennen möchte...

NIEMALS wichtige Daten auf einen USB-Stick speichern wenn man nicht noch anderswo ein Backup hat. Die Speicherchips sind nicht selten Ausschuss aus anderen Produktionen wie SSD's wo sie der Qualitätsprüfung nicht standgehalten haben.
Sie sollen eben möglichst günstig sein.

Es ist Zufall wie lang diese halten, es können Jahre sein... aber auch wenige Stunden. Wenn man die Garantien durchliest findet man auch recht oft Angaben die übersetzt nur "könnte hätte.." bedeuten und nur einen Ersatz des Sticks selber bringen, aber kein Wiederherstellen der Daten usw.

Wenn ein Fehler auftritt kann man Glück haben das nur einzelne Sektoren kaputt sind, mit Minderglück ist der Stick vom Controller dauerhaft auf Readonly geschaltet. Im schlimmsten Fall sind aber unwiederbringlich die Daten futsch.
Hinzu kommt das es bei einigen Hersteller/Händler Mode ist die Speicherkapazität zu faken, womit ebenfalls Datenverluste auftreten können.


Ich mag die Sticks gar nicht mehr zählen die mir in den letzten 10 Jahren kaputt gegangen sind.
Da kann man die Daten besser auf eine CD brennen und ohne Hülle im Garten vergraben -.-

Offline

#8 06.05.2019 22:12:28

Felix0
Mitglied

Re: USB-Stick: Falscher Dateisystemtyp, ungültige Optionen, der Superblock

Galde75 schrieb:

Ich mag die Sticks gar nicht mehr zählen die mir in den letzten 10 Jahren kaputt gegangen sind.
Da kann man die Daten besser auf eine CD brennen und ohne Hülle im Garten vergraben -.-

Ich stimme ja absolut zu, das Datensicherung und USB-Stick einem IT-GAU gleichkommt. Aber zwecks Qualität der Sticks nur bedingt,....
...es kommt zunächst natürlich immer auf den Einsatz, und der Qualität des Produktes an. Natürlich sollte auch klar sein, das Sticks die viel beansprucht werden, nicht gerade von Intenso oder gar "noname" Produkte sein sollten. 

Das eigentlich grösste Problem was ich immer sehe ist, das die Teile häufig behandelt werden wie Münzgeld. Mag bestimmt Geräte geben die auf eine solche Beanspruchung ausgelegt sind, so etwas gibt es halt, jedoch nicht zu Schnäppchenpreisen. 

Die Qualität hat sich zudem in den letzten Jahren auch noch mal, doch deutlich verbessert.

Bei mir Persönlich hat die letzten rund 5 Jahre genau 1 USB-Stick das Zeitliche gesegnet, aber ich habe auch noch nie bei Speichermedien egal welcher Art, zu Billigprodukten gegriffen.

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