#1 06.03.2019 12:09:12

TeachMeArch
Mitglied

Rein textbasierter Commander gesucht.

Hallo Leute,
also zuerst einmal sollte ich erwähnen, dass ich ein kompletter Arch-Linux Neuling bin. Nun zu meinem "Problem". Schon zu DOS-Zeiten habe ich den Norton-Commander benutzt und auch unter 3.11 habe ich ihn weiterverwendet, später kam dann der Windows-Commander, dann der Total-Commander und zu guter letzt auch noch der Double-Commander. Daher war es mir gut 30 Jahre lang total egal wie Windows aussah; ob 3.11 oder Windows 10 egal mein Commander hat sich immer gleich bedienen lassen (abgesehen von immer umfangreicheren Möglichkeiten). Nun gibt es den Double-Commander ja auch für Arch, was meinen Umstieg unglaublich vereinfachen würde ABER ich suche etwas viel schmaleres. Ich habe gerade Arch frisch installiert und Cursor blinkt erwartungsvoll. Nun könnte ich natürlich entweder eine Desktop Umgebung wie xfce4 oder einen Windowmanager wie I3 installieren aber ich würde das beides gern vermeiden. Vermutlich ist der Double Commander ohne zuvor installierte Desktop Umgebung gar nicht lauffähig weil er eine graphische Unterstützung benötigt nehme ich mal an. Also suche ich stattdessen wie zu DOS Zeiten einen komplett textbasierten Commander als Benutzeroberfläche für Arch. Wäre cool wenn ihr mir da weiter helfen könntet. Also ein ganz simpler rein textbasierter Commander (braucht keine FTP-Upload Funktionen oder Baumdiagramme) der möglichst schlank ist und sich im Idealfall wie der alte Norton bedienen lässt.

Gruß
Achim

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#2 06.03.2019 12:15:28

jg72
Mitglied

Re: Rein textbasierter Commander gesucht.

Du bist auf der Suche nach dem "Midnight Commander". Ist im Paket mc enthalten.

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#3 06.03.2019 12:30:10

TeachMeArch
Mitglied

Re: Rein textbasierter Commander gesucht.

jg72 schrieb:

Du bist auf der Suche nach dem "Midnight Commander". Ist im Paket mc enthalten.

Danke für den Tipp, werde ich mir gleich mal ansehen. wink

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#4 06.03.2019 14:18:25

TeachMeArch
Mitglied

Re: Rein textbasierter Commander gesucht.

Hab's getestet und es war wirklich GENAU das was ich gesucht habe. Vielen Dank nochmal! smile

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#5 06.03.2019 19:10:40

chepaz
Mitglied

Re: Rein textbasierter Commander gesucht.

Ich sag mal noch "Ranger" weil er auch mit den mc-f-tasten funktioniert. Gefallen tut er mir nicht smile

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#6 06.03.2019 19:40:09

TeachMeArch
Mitglied

Re: Rein textbasierter Commander gesucht.

chepaz schrieb:

Ich sag mal noch "Ranger" weil er auch mit den mc-f-tasten funktioniert. Gefallen tut er mir nicht smile

Hab mir zwei Videos zu Ranger angesehen und er scheint super Anpassungsmöglichkeiten zu bieten, aber der MC war einfach wie nach Hause kommen. ^^

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#7 07.03.2019 07:27:27

Kerberos
Mitglied

Re: Rein textbasierter Commander gesucht.

MC hat auch einen (Text-) Editor, den man mit «mcedit /Pfad/zur/Datei» aufrufen kann.

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#8 07.03.2019 07:53:39

T.M.
Mitglied

Re: Rein textbasierter Commander gesucht.

Auf der Konsole immer ranger.

Zudem gibt es seit kurzem das stark von ranger beeinflusste lf, "list files". Das Programm hat den Anspruch, portabel zu sein, es gibt sogar einen Windows-Port, aber es hat momentan noch etliche Kinderkrankheiten, so dass von professioneller Verwendung leider abgesehen werden muss. Aber man kann's ja mal im Auge behalten.

Beitrag geändert von T.M. (07.03.2019 07:54:08)

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#9 07.03.2019 13:37:03

TeachMeArch
Mitglied

Re: Rein textbasierter Commander gesucht.

T.M. schrieb:

Auf der Konsole immer ranger.

Wärst du so nett mir kurz zu erklären warum? Wo genau liegt der Vorteil von ranger gegenüber dem mc?

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#10 07.03.2019 16:09:01

T.M.
Mitglied

Re: Rein textbasierter Commander gesucht.

TeachMeArch schrieb:
T.M. schrieb:

Auf der Konsole immer ranger.

Wärst du so nett mir kurz zu erklären warum? Wo genau liegt der Vorteil von ranger gegenüber dem mc?

Vorteil ist vielleicht zu viel gesagt. Es ist sicher auch eine sehr subjektive Frage, also letztendlich eine des Geschmacks.

Wer tastaturorientiert und also gewöhnt ist, sich paar Tastendrücke zu merken, der kommt mit ranger sehr schnell sehr gut zurecht. Ich (als vi-native) würde ihn beinahe intuitiv nennen. Die Spalten links, in denen die Verzeichnisse angeordnet werden (sog. Miller columns), sind jedenfalls sehr intuitiv und nützlich, die automatische Vorschau auf den Inhalt der selektierten Datei auch. Und ranger beherrscht übrigens auch Tab-Seiten für mehrere gleichzeitig geöffnete Verzeichnisse, und zwar beliebig viele, nicht nur zwei. Was ranger bislang nicht kann, sind Sachen wie FTP.

Mit mc hingegen konnte ich mich nie so richtig anfreunden. Das lag historisch vor allem daran, dass viele features, die ich von Windows-Commandern (heute natürlich TotalCommander und MultiCommander) her kannte, bei mc lange nur rudimentär vorhanden waren (ich weiss nicht, vielleicht hat er in den letzten Jahren bisschen aufgeholt, hab ihn lange nicht mehr angeschaut). Beispielsweise war das Konzept, Dateien unterschiedlich einzufärben, in der bash spätestens seit 1993 bekannt, mc hatte hingegen lange Zeit keine Farben. Und der Entwicklungsfortschritt bei mc war über mehrere Jahre gleich Null, er existiert ja immerhin auch schon seit 25 Jahren.

Ich war drum, bis ich ranger fand, eher noch direkt mit bash unterwegs als mit mc.

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#11 07.03.2019 16:56:57

ub4000
Mitglied

Re: Rein textbasierter Commander gesucht.

@ TeachMeArch :
Und hier ist dann noch der Support für die Maus im Terminal: https://wiki.archlinux.org/index.php/Ge … pose_mouse

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#12 07.03.2019 17:57:20

Kabbone
Mitglied

Re: Rein textbasierter Commander gesucht.

T.M. schrieb:
TeachMeArch schrieb:
T.M. schrieb:

Auf der Konsole immer ranger.

Wärst du so nett mir kurz zu erklären warum? Wo genau liegt der Vorteil von ranger gegenüber dem mc?

Vorteil ist vielleicht zu viel gesagt. Es ist sicher auch eine sehr subjektive Frage, also letztendlich eine des Geschmacks.

Wer tastaturorientiert und also gewöhnt ist, sich paar Tastendrücke zu merken, der kommt mit ranger sehr schnell sehr gut zurecht. Ich (als vi-native) würde ihn beinahe intuitiv nennen. Die Spalten links, in denen die Verzeichnisse angeordnet werden (sog. Miller columns), sind jedenfalls sehr intuitiv und nützlich, die automatische Vorschau auf den Inhalt der selektierten Datei auch. Und ranger beherrscht übrigens auch Tab-Seiten für mehrere gleichzeitig geöffnete Verzeichnisse, und zwar beliebig viele, nicht nur zwei. Was ranger bislang nicht kann, sind Sachen wie FTP.

Mit mc hingegen konnte ich mich nie so richtig anfreunden. Das lag historisch vor allem daran, dass viele features, die ich von Windows-Commandern (heute natürlich TotalCommander und MultiCommander) her kannte, bei mc lange nur rudimentär vorhanden waren (ich weiss nicht, vielleicht hat er in den letzten Jahren bisschen aufgeholt, hab ihn lange nicht mehr angeschaut). Beispielsweise war das Konzept, Dateien unterschiedlich einzufärben, in der bash spätestens seit 1993 bekannt, mc hatte hingegen lange Zeit keine Farben. Und der Entwicklungsfortschritt bei mc war über mehrere Jahre gleich Null, er existiert ja immerhin auch schon seit 25 Jahren.

Ich war drum, bis ich ranger fand, eher noch direkt mit bash unterwegs als mit mc.


Was spricht als "vi-native" gegen vifm? Ich habe beide noch nie verwendet und überlege auch etwas in die Richtung zu nutzen.

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#13 07.03.2019 21:24:12

TeachMeArch
Mitglied

Re: Rein textbasierter Commander gesucht.

Vielen Dank noch einmal für all eure Tipps und Erklärungen. Auch der Hinweis für Mausschubser war super! smile

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#14 08.03.2019 00:26:54

sanni
Mitglied

Re: Rein textbasierter Commander gesucht.

@Kerberos:  Mit F4 kannst du, wenn die Datei highlighted ist, im MC das Gleiche erreichen.  Mit F3 wird die Datei dann im Viewer angezeigt.  Beide (Viewer und Editor) lassen sich aber auch nach belieben ändern.

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#15 08.03.2019 08:06:19

T.M.
Mitglied

Re: Rein textbasierter Commander gesucht.

Kabbone schrieb:

Was spricht als "vi-native" gegen vifm? Ich habe beide noch nie verwendet und überlege auch etwas in die Richtung zu nutzen.

Nix smile Insbesondere spricht nix dagegen, mehrere Dinge zu probieren (oder parallel zu nutzen) und dann dort zu bleiben, wo's einem am meisten zusagt. Einen Überblick über eine Palette zu haben, ist nie verkehrt. Leider entdeckt man beim schnellen Probieren nicht immer gleich alle features und Konfigurationsmöglichkeiten und kommt dann vielleicht vorschnell zu einem ungünstigen Ergebnis.

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#16 08.03.2019 11:50:55

stefanhusmann
Moderator

Re: Rein textbasierter Commander gesucht.

Die Spalten links, in denen die Verzeichnisse angeordnet werden (sog. Miller columns), sind jedenfalls sehr intuitiv und nützlich

Es ist wirklich sehr subjektiv: Genau diese habe ich immer als reine Bildschirmplatzverschwendung empfunden (vifm hat die nicht in der Form). ranger macht sich, wieder subjektiv, überhaupt auf dem Bildschirm sehr breit.

vifm verwende ich aber auch nur, wenn ich die aur sync aus den aurutils verwende, da er dort als Filemanager für die Vorschau genutzt wird.

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#17 09.03.2019 09:21:48

T.M.
Mitglied

Re: Rein textbasierter Commander gesucht.

stefanhusmann schrieb:

Die Spalten links, in denen die Verzeichnisse angeordnet werden (sog. Miller columns), sind jedenfalls sehr intuitiv und nützlich

Es ist wirklich sehr subjektiv: Genau diese habe ich immer als reine Bildschirmplatzverschwendung empfunden (vifm hat die nicht in der Form). ranger macht sich, wieder subjektiv, überhaupt auf dem Bildschirm sehr breit.

Das kommt wahrscheinlich drauf an, wie man arbeitet. Wer das Verzeichnis nicht wechseln muß, sondern immer nur mit dessen Dateien arbeitet, wird es als Verschwendung empfinden. Wer aber häufig Verzeichnisse an ganz verschiedenen Orten besuchen muß, und vielleicht erst hin und dann möglichst wieder zum Ausgangsort zurück, erhält durch diese Spalten einen Hinweis auf Tastendrücke, erst nach links, zweimal runter und dann wieder rechts, das ist auf einen Blick zu sehen. Die Anzahl dieser Spalten (und damit die Platzverschwendung) ist ja übrigens bedingt konfigurierbar.

Offline

#18 09.03.2019 11:34:03

T.M.
Mitglied

Re: Rein textbasierter Commander gesucht.

stefanhusmann schrieb:

Die Spalten links, in denen die Verzeichnisse angeordnet werden (sog. Miller columns), sind jedenfalls sehr intuitiv und nützlich

Es ist wirklich sehr subjektiv: Genau diese habe ich immer als reine Bildschirmplatzverschwendung empfunden (vifm hat die nicht in der Form). ranger macht sich, wieder subjektiv, überhaupt auf dem Bildschirm sehr breit.

Das kommt wahrscheinlich drauf an, wie man arbeitet. Wer das Verzeichnis nicht wechseln muß, sondern immer nur mit dessen Dateien arbeitet, wird es als Verschwendung empfinden. Wer aber häufig Verzeichnisse an ganz verschiedenen Orten besuchen muß, und vielleicht erst hin und dann möglichst wieder zum Ausgangsort zurück, erhält durch diese Spalten einen Hinweis auf Tastendrücke, erst nach links, zweimal runter und dann wieder rechts, das ist auf einen Blick zu sehen. Die Anzahl dieser Spalten (und damit die Platzverschwendung) ist ja übrigens bedingt konfigurierbar.

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#19 09.03.2019 12:34:51

sekret
Mitglied

Re: Rein textbasierter Commander gesucht.

Ich schließe mich T.M. 100%ig an, genau so ging es mir auch, als ich von mc über vifm bei ranger gelandet bin. Der hat mir sofort zugesagt und ich benutze ihn bis heute, also schon mehrere Jahre.

Einziges Problem, das ich mit ihm habe, ist seine Geschwindigkeit. Sowohl mit mc, als auch mit vifm, ist die Arbeit flüssiger. Daher beobachte ich mit Interesse ranger-Klone wie z.B. lf bzw. andere cli-Dateimanager wie nnn. Bisher taugt mir aber kein anderer.

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#20 09.03.2019 17:41:33

stefanhusmann
Moderator

Re: Rein textbasierter Commander gesucht.

ranger ist in Python geschrieben, also einer interpretierten Sprache. vifm, lf (Release 11 kam vor 6 Tagen raus)  und mc sind in kompilierten Sprachen geschrieben.

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#21 11.03.2019 08:43:02

T.M.
Mitglied

Re: Rein textbasierter Commander gesucht.

sekret schrieb:

Einziges Problem, das ich mit ihm habe, ist seine Geschwindigkeit. Sowohl mit mc, als auch mit vifm, ist die Arbeit flüssiger.

Das Kopieren einer grossen Menge Dateien, das kann sich ziehen, OK. Manchmal ist auch ungünstig, dass die Vorschau automatisch aufgeht, wenn der Cursor auf einer Datei steht. Ein Kopiervorgang kann durch diese ständig neue Datei-Vorschau drastisch verlangsamt werden. (Ob das so stattfindet, hängt von den Namen der kopierten Dateien ab.)

Daher beobachte ich mit Interesse ranger-Klone wie z.B. lf bzw. andere cli-Dateimanager wie nnn.

Oh, danke für den Hinweis auf nnn. Das sieht interessant aus. Ich hab mir gerade das Video auf der Guthub-Seite angeschaut. Das ist wie ranger, nur ohne Miller columns smile Die Tasten scheinen aber noch eher gewöhnungsbedürftig, der Typ da muss sich ja selber dran erinnern. Heute Abend gleich mal ausprobieren ...

Offline

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