#1 25.06.2018 06:15:28

Azurophil
Mitglied

Doktorarbeit und Zugang

Guten Morgen zusammen.
Hatte das Wochenende einen guten Freund der Familie getroffen in der Stadt. Sind dann spontan auf einen Kaffee zusammen gegangen und haben uns ausgetauscht, was der andere so macht und wie es ihm geht. Bei ihm scheint es wohl ordentlich zu laufen. Der schreibt gerade seine Doktorarbeit in der Informatik. Irgendwas über BIg Data und Gesetze. Habe das nicht ganz so kapiert, bin nicht so für Gesetze zu haben. Wusste nie, welches das richtige jetzt zum einsetzen war, bei den wenigen Stunden, in denen ich mich damit auseinander aussetzen musste.
Was ich mich dann im nachhinein gefragt habe. Man muss ja ein Schriftstück verfassen, das dann ja bewertet wird. Vom Umfang her ist ja das meist ein Buch dann, oder? Wo macht man das Buch und wie kann man das Buch bekommen? Also ich meine, wenn ich mich dafür interessiere? Ist es dann für die Öffentlichkeit zugänglich?

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#2 25.06.2018 06:49:29

wbs
Mitglied

Re: Doktorarbeit und Zugang

In AT kann man eine Sperrdrost Setzen und dann kommtas gedruckt in die Unibliothek und je nach Jahrtausend in dem die Hochschule steckengeblieben ist auch digital. Der Abstract kommt in eine zentrale Datenbank.

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#3 25.06.2018 11:29:56

schard
Mitglied

Re: Doktorarbeit und Zugang

Viele wissenschaftliche Arbeiten, gerade aus Naturwissenschaft und Technik, werden mittlerweile auch gerne auf https://arxiv.org/ veröffentlicht.

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#4 25.06.2018 13:10:27

matthias
Moderator

Re: Doktorarbeit und Zugang

Doktorarbeiten müssen in Deutschland zwangsweise veröffentlicht werden (im Gegensatz zu Diplom- oder Master-Arbeiten). Auch wenn man alle Prüfungen bereits abgelegt hat, erhält man nur eine vorläufige Bescheinigung; erst mit der Veröffentlichung ist man berechtigt, den Titel auch wirklich zu führen.

Allerdings sind neben dem gedruckten Buch bei einem Verlag (sehr zeitaufwändig und teuer), auch viele andere Publikationsformen möglich (Beispiel). Dass die eigene Uni/Staats-Bibliothek (die rechtlich für Archivierung zuständig ist) das einfach auf einen eigenen Server als PDF hochlädt, dürfte heute längst der Standard sein. Aber so oder so muss eine Doktorarbeit über Bibliotheken/Buchhandel am Ende öffentlich zugänglich sein.

Gilt übrigens nicht US oder UK - dort werden viele Doktorarbeiten gar nicht veröffentlicht, sondern kursieren nur unter der Hand im engeren Kollegenkreis als "graue Literatur". Entweder man arbeitet eine ziemlich dröge Prüfungsarbeit in ein lesbares Buch bei einem kommerziellen Verlag um, oder - häufiger - man schnippelt die einzelnen Kapitel auseinander und reicht sie nach und nach als eigenständige Artikel bei möglichst hochklassigen Fachzeitschriften ein. Ist so aber in DE nicht zulässig.

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#5 26.06.2018 12:28:11

zitaloffler
Mitglied

Re: Doktorarbeit und Zugang

Hallo,
also das was matthias da schreibt ist vollkommen richtig. Es werden zudem  auch ein großer Teil von Dissertationen in der Deutschen Nationalbibliothek veröffentlicht. Somit sind sie auch für die Öffentlichkeit zugänglich. Das wäre ein Link zu dem Online-Katalog:  https://portal.dnb.de/ kannst ja mal schauen, wie das ganze so aufgebaut ist und so.
Aber wenn du die Dissartation von deinem Freund lesen willst, dann wäre es doch eigentlich das sinnvollste, dass du ihn einfach fragst, ob du es ausleihen kannst, oder du dir gleich eine eigenen Version mit anfertigen lässt und ihm halt das Geld gibst, oder nicht?!
Liebe Grüße

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#6 26.06.2018 13:05:37

matthias
Moderator

Re: Doktorarbeit und Zugang

Das geht noch besser: In meinem (sehr überschaubaren) Freundes- und Bekanntenkreis stecken wir uns Abschlussarbeiten in digitaler Form immer gegenseitig zu, lange BEVOR irgendein Prüfungskomitee das zu sehen bekommt. Und jeder, der das vorab bekommt, wird automatisch zum Korrekturlesen eingespannt - klassische win-win-Situation.

Bei einem Werk von 200-300 Seiten (meist noch unter Zeitdruck) ist man so betriebsblind, dass ohne fremde Hilfe gar nix mehr geht. Es bringt nix, die eigenen Texte fünfmal Korrektur zu lesen, da einem die einfachsten Dinge nicht mehr auffallen - so etwas wie "In diesem Satz fehlt ein Verb - das ist keins, und dann ist das kein Satz". Ich hab auch schon Doktorarbeiten gelesen, da stand in Fußnote 53 lediglich "### check quotes and add references" - was als Notiz sicherlich nicht für das Prüfungskomitee gedacht war!

Man merke: Der Freundeskreis von anderen Leuten ist noch überschaubarer als meiner.

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#7 26.06.2018 13:42:34

Nebulan
Mitglied

Re: Doktorarbeit und Zugang

Also ich nehme jetzt mal Bezug zu:

zitaloffler schrieb:

Aber wenn du die Dissertation von deinem Freund lesen willst, dann wäre es doch eigentlich das sinnvollste, dass du ihn einfach fragst, ob du es ausleihen kannst, oder du dir gleich eine eigenen Version mit anfertigen lässt und ihm halt das Geld gibst, oder nicht?!

Ich sehe das nämlich ganz genau so, ich würde einfach die Dissertation drucken und binden und dann fragen, ob du sie mal lesen kannst oder eben ein eigenes Exemplar mitbestellen kannst. Bis die Dissertation sonst irgendwo online ist, dauert das doch bestimmt eine halbe Ewigkeit. Dann sind die Big Data Faken, auch schon wieder veraltet und du musst sie nicht mehr lesen, weil es nicht mehr aktuell ist.

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