Du bist nicht angemeldet.

#1 07.10.2012 19:07:49

Pierre
Entwickler

Installations-Medium 2012.10.06 mit systemd

Das Oktober-Release des Installations-Medium kann ab sofort heruntergeladen werden. Es kann für neue Installationen oder als Rettungssystem genutzt werden. Neben den üblichen Paket-Aktualisierungen gibt es folgendes erwähnenswerte Änderungen:

  • systemd wird zum Starten des Live-Systems verwendet.

  • initscripts sind nicht länger im Live-System verfügbar, werden jedoch noch standardmäßig auf dem Zielsystem installiert. Dies wird sich wahrscheinlich in naher Zukunft ändern.

  • Das Starten mit EFI und dessen Einrichtung wurden vereinfacht.

  • gummiboot wird benutzt um ein Menü auf EFI-Systemen anzuzeigen.

  • Die folgenden Pakete sind neu im Live-System verfügbar: ethtool, fsarchiver, gummiboot-efi, mc, partclone, partimage, refind-efi, rfkill, sudo, testdisk, wget, xl2tpd

Offline

#2 07.10.2012 19:53:56

qui
Mitglied

Re: Installations-Medium 2012.10.06 mit systemd

Heißt »initscripts […] standardmäßig auf dem Zielsystem installiert«, daß dann dort auch nach der Installation standardmäßig ohne systemd-Kernelparameter noch mit initscripts gebootet wird?

Offline

#3 07.10.2012 20:28:55

fs4000
Mitglied

Re: Installations-Medium 2012.10.06 mit systemd

Was im Zielsystem installiert wird, ist nicht in Archiso festgelegt. Momentan sind immer noch die initscripts und sysvinit in der Gruppe base. Das könnte sich aber bald ändern, auch ohne neues Installationsmedium.

Offline

#4 07.10.2012 20:36:08

qui
Mitglied

Re: Installations-Medium 2012.10.06 mit systemd

Ok, mal andersherum bzw. ganz naiv gefragt: Gesetzt der Fall, daß sowohl systemd als auch initscripts installiert sind. Woher weiß da eigentlich der Kernel, daß er standardmäßig initscripts verwenden soll, wenn nichts per Parameter in der Bootloader-Konfig mitangegeben wird?

Offline

#5 07.10.2012 20:39:49

open-source greg
Mitglied

Re: Installations-Medium 2012.10.06 mit systemd

Der kernel startet, wenn nicht anders angegeben, /sbin/init und das ist im moment halt noch initscripts.

Beitrag geändert von open-source greg (07.10.2012 22:14:26)

Offline

#6 07.10.2012 20:47:31

qui
Mitglied

Re: Installations-Medium 2012.10.06 mit systemd

Alles klar, danke.

Offline

#7 07.10.2012 23:46:45

Dirk
Moderator

Re: Installations-Medium 2012.10.06 mit systemd

open-source greg schrieb:

Der kernel startet, wenn nicht anders angegeben, /sbin/init und das ist im moment halt noch initscripts.

Und spätestens, wenn sich DAS ändert, werde ich mir Gedanken um den Umstieg machen smile

Offline

#8 08.10.2012 15:07:19

mannohneschuh
Mitglied

Re: Installations-Medium 2012.10.06 mit systemd

OMG! Die machen doch nicht jetzt jeden Monat/jedes "Release" dazu eine Meldung oder?

Offline

#9 08.10.2012 15:56:15

feuri
Mitglied

Re: Installations-Medium 2012.10.06 mit systemd

Also bisher haben sie es ja immer schon pünktlich geschafft.

Offline

#10 08.10.2012 15:59:22

Creshal
Mitglied

Re: Installations-Medium 2012.10.06 mit systemd

mannohneschuh schrieb:

OMG! Die machen doch nicht jetzt jeden Monat/jedes "Release" dazu eine Meldung oder?

Genau! Was fällt denen ein, einfach so Werbung für Arch zu machen!

…Moment mal. wink

Offline

#11 08.10.2012 16:57:45

qui
Mitglied

Re: Installations-Medium 2012.10.06 mit systemd

Dirk Sohler schrieb:
open-source greg schrieb:

Der kernel startet, wenn nicht anders angegeben, /sbin/init und das ist im moment halt noch initscripts.

Und spätestens, wenn sich DAS ändert, werde ich mir Gedanken um den Umstieg machen smile

Na ja, so wie ich das verstanden habe, kann man ja auch mittelfristig weiterhin noch initscripts (nach)installieren, auch wenn der Standard dann schon systemd sein wird. Das Problem dürfte eher sein, daß man wohl systemd dank dessen fröhlichen »Herumgemerge« (udev, dbus, …) trotzdem brauchen wird.

Aber Distris wie bspw. Debian oder CentOS werden wohl auch in den kommenden Jahren standardmäßig initscripts bzw. SysVinit einsetzen, wäre also prinzipiell 'ne mögliche Option…


mannohneschuh schrieb:

OMG! Die machen doch nicht jetzt jeden Monat/jedes "Release" dazu eine Meldung oder?

Lückenfüller gibt's immer, auch außerhalb des Sommerlochs.

Offline

#12 08.10.2012 17:42:45

fs4000
Mitglied

Re: Installations-Medium 2012.10.06 mit systemd

Wir sind sogar schon zum zweiten Mal bei Golem vertreten: http://www.golem.de/news/linux-distribu … 94960.html

Offline

#13 08.10.2012 17:52:23

Dirk
Moderator

Re: Installations-Medium 2012.10.06 mit systemd

qui schrieb:

Na ja, so wie ich das verstanden habe, kann man ja auch mittelfristig weiterhin noch initscripts (nach)installieren, […]

Genau das will ich ja vermeiden! Ich will nicht an zwei Stellen Sachen pflegen müssen!

Offline

#14 08.10.2012 21:35:54

Martin-MS
Mitglied

Re: Installations-Medium 2012.10.06 mit systemd

Mich würde einmal interessieren, wie man das Live-System korrekt beendet. Bei einem "systemctl halt" (poweroff oder reboot) hagelt es nur so von Meldungen, dass irgendwas von /run nicht ausgehängt werden kann, ein "halt" schaltet den Rechner nicht wie früher aus (dazu benötigt es jetzt ein "poweroff") sondern bleibt im "halted" stehen, das Installations-Medium lässt sich danach nicht auswerfen (wahrscheinlich weil es noch eingebunden ist). Das lief bei den bisherigen Installations-Medien eleganter.

Positiv die Aufnahme des MidnightCommanders, den hatte ich bislang schmerzlich vermisst und ist deutlich komfortabler als vi oder nano.

Offline

#15 08.10.2012 21:51:48

fs4000
Mitglied

Re: Installations-Medium 2012.10.06 mit systemd

Martin-MS schrieb:

Mich würde einmal interessieren, wie man das Live-System korrekt beendet.

Das ist AFAIK momentan nicht möglich.

Offline

#16 08.10.2012 21:59:22

Ovion
Mitglied

Re: Installations-Medium 2012.10.06 mit systemd

fs4000 schrieb:
Martin-MS schrieb:

Mich würde einmal interessieren, wie man das Live-System korrekt beendet.

Das ist AFAIK momentan nicht möglich.

Bug oder Feature?

Offline

#17 08.10.2012 22:09:14

fs4000
Mitglied

Re: Installations-Medium 2012.10.06 mit systemd

Offline

#18 08.10.2012 22:49:49

mannohneschuh
Mitglied

Re: Installations-Medium 2012.10.06 mit systemd

Martin-MS schrieb:

ein "halt" schaltet den Rechner nicht wie früher aus (dazu benötigt es jetzt ein "poweroff") sondern bleibt im "halted" stehen

also ich verstehe nicht warum du kritisierst das ein 'halt' nur halt als Folge hat. Wenn es früher anders war, dann war das ein bug. bei 'poweroff' soll ja auch nicht neu gestartet werden.

Offline

#19 09.10.2012 08:54:57

Creshal
Mitglied

Re: Installations-Medium 2012.10.06 mit systemd

man halt:

       Halt  notes  that the system is being brought down in the file /var/log/wtmp, and then either tells the kernel
       to halt, reboot or power-off the system.

       If halt or reboot is called when the system is not in runlevel 0 or 6, in other words when it's  running  nor‐
       mally, shutdown will be invoked instead (with the -h or -r flag). For more info see the shutdown(8) manpage.

Nein, es war kein Bug. Es was genau so dokumentiert.

Offline

#20 09.10.2012 11:37:35

mannohneschuh
Mitglied

Re: Installations-Medium 2012.10.06 mit systemd

Creshal schrieb:

man halt:

       Halt  notes  that the system is being brought down in the file /var/log/wtmp, and then either tells the kernel
       to halt, reboot or power-off the system.

       If halt or reboot is called when the system is not in runlevel 0 or 6, in other words when it's  running  nor‐
       mally, shutdown will be invoked instead (with the -h or -r flag). For more info see the shutdown(8) manpage.

Nein, es war kein Bug. Es was genau so dokumentiert.

Für mich bleibts ein Bug. Außerdem steht in dem man-Auszug auch nur das "… halt oder reboot aufgerufen werden während das System normal läuft, dann wird statt dessen shutdown (mit -h oder -r) ausgeführt."
'shutdown -h' kann dann weiterhin zu einem halted system führen denn es liegt am System ob es am Ende auch abschaltet (man 8 shutdown: -h Requests that the system be either halted or powered off after it has been brought down…, with the choice as to which left up to the system).
Ich habe mit AL vermutlich 'halt' nie ausgeführt. Ich kann mich jedenfalls nicht dran erinnern und in meiner shell-history ist es auch nicht drin. Da stehen nur Variationen 'shutdown -[r|P] TIME'.

Nachtrag:
hej systemd!

Beitrag geändert von mannohneschuh (09.10.2012 11:38:53)

Offline

#21 09.10.2012 12:44:47

Creshal
Mitglied

Re: Installations-Medium 2012.10.06 mit systemd

> Für mich bleibts ein Bug.

Es steht in jeder Dokumentation, dass beides erlaubt ist. "Ich mag es nicht" ist keine Begründung, warum es ein Bug sein soll. tongue

Offline

#22 09.10.2012 12:45:19

GerBra
Mitglied

Re: Installations-Medium 2012.10.06 mit systemd

Ich neige mannohneschuh zuzustimmen:
reboot -> Neustart des OS mittels Warmstart
halt -> Anhalten des Systems (kein Neustart), aber Neustart im Modus Warmstart möglich
poweroff (bzw. poweroff als Parameter) -> System wird ausgeschaltet (Hardware), der nächste Start ist ein Kaltstart.

Bis vor wenigen Jahren war ein Ausschalten des Heim-PCs z.B. per Software noch garnicht möglich (AT-Netzteile), dies mußte über einen mechanischen Schalter geschehen.
Weiterhin wurde und wird UNIX/Linux auch in Umgebungen eingesetzt, bei denen ein signifikanter Unterschied zwischen Warm- und Kaltstart vorhanden ist, z.B.:
- zig Platten mußten (ggf. nacheinander wg. Stromüberlastung) angefahren werden
- Andere Peripherie brauchte ebenfalls lange um in die Gänge zu kommen (von Null auf …)
- //Edit: Es gab/gibt Rechner, deren "BIOS-Routinen" dauern ewig (Speichercheck z.B.) bzw. bevor das OS überhaupt zum Zuge kommt braucht es gegenüber einem Warmstart etliche Zeit.
- Ein Kaltstart belastet die Geräte immens (selbst am Heim-PC). Selbst an heutigen Servern (meine Erfahrung) verrecken Platten im Array i.d.R. nach Kaltstarts

Wenn ich also "nur" das System herunterfahre will (mit der wahrscheinlichen Option es wieder neuzustarten) dann ist "halt" für mich das natürliche Kommando. Im Gegensatz zu einem explizitem poweroff.
//Edit: Aufgrund der unterschiedlichen Init-Systeme beziehe ich mich hier eher auf shutdown und dessen Parameter.

Beitrag geändert von GerBra (09.10.2012 13:02:23)

Offline

#23 09.10.2012 13:00:59

fs4000
Mitglied

Re: Installations-Medium 2012.10.06 mit systemd

Es ist eine fehlende Funktion in unseren Initskripten. Die Manpage umschreibt das deshalb so komisch, weil poweroff und reboot nur Symlinks auf halt sind. Letztendlich ruft man immer halt auf, welches dann (sofern man sich nicht gerade in Runlevel 0 oder 6 befindet) shutdown mit der entsprechenden Aktion aufruft. Das veranlasst dann einen Runlevelwechsel und im Falle von halt oder poweroff wird die Variable INIT_HALT entsprechend gefüttert[1]. Nur wird diese Variable in den Initskripten nicht ausgewertet und immer poweroff im Runlevel 0 ausgeführt, was dann den Rechner abschaltet[2].

[1] http://linux.die.net/man/8/shutdown
[2] http://projects.archlinux.org/initscrip … c.shutdown (ganz unten)

Offline

#24 09.10.2012 13:02:21

Creshal
Mitglied

Re: Installations-Medium 2012.10.06 mit systemd

> Bis vor wenigen Jahren war ein Ausschalten des Heim-PCs z.B. per Software och garnicht möglich (AT-Netzteile),
Hat weniger mit AT zu tun, das ist auch noch bei ATX so. ACPI ist das Stichwort.

Und ja, es sollte vielleicht so sein. Ist aber nicht so dokumentiert, also fällts höchstens unter "Feature-Requests der Korrektheitsnazis" und nicht unter "Bug". tongue

Offline

#25 09.10.2012 13:46:10

Dirk
Moderator

Re: Installations-Medium 2012.10.06 mit systemd

Also, halt hält das System an, und poweroff schaltet es aus? Klingt sinnvoll und richtig.

Offline

Schnellantwort auf dieses Thema

Schreibe deinen Beitrag und versende ihn
Deine Antwort

Fußzeile des Forums