#51 30.07.2012 21:23:34

norman
Mitglied

Re: Installations-Medien 2012.07.15 freigegeben

ich bin offensichtlich viel zu blöde für die "neuartige" Installationsweise.

Erst habe ich mir dabei alle Partitionen zerschossen, also alle Partitionen neu erstellt. Dann nach Anleitung vorgegangen, kann weder fstab noch rc.conf noch sonstwas ändern, alles ro, trotz root. sad

Ich habe so langsam den Eindruck, den Arch-Entwicklern ist jeder Nicht-guru ein Dorn im Auge sad

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#52 30.07.2012 23:06:10

efreak4u
Mitglied

Re: Installations-Medien 2012.07.15 freigegeben

Wenn du der Anleitung folgst, dann kann auch ein nicht Guru diese Installation bewerkstelligen, da dort alles Schritt fuer Schritt aufgefuehrt ist. Selbst, wenn du mit den Befehlen selbst nichts anfangen kannst und nur das ausfuehrst, was in der Anleitung steht, hast du hinterher ein lauffaehiges System wink  (selbst getestet in einer virtuellen Maschine)

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#53 31.07.2012 09:47:33

Fjolnir
Mitglied

Re: Installations-Medien 2012.07.15 freigegeben

Als Neueinsteiger bei Arch Linux muss ich sagen, dass ich die neue Installationsmethode begrüße. Hier ist man gezwungen, sich wirklich mit dem System auseinander zu setzen, was für die Arch Benutzung zwingend notwendig ist (in meinen Augen). In einer Woche mit Arch habe ich mehr über das System gelernt als über die Jahre hinweg mit anderen Linux Distributionen. Arch-Linux wird ja auch oft als "Lern-Linux" bezeichnet. Unter diesem Gesichtspunkt ist die Entscheidung absolut nachvollziehbar.

Durch die gute Einsteiger Anleitung im Wiki ist das auch gar kein Problem. Habe mir sogar extra alle 23 Seiten auf Papier ausgedruckt, damit ich die Installation Schritt für Schritt durchgehen konnte.

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#54 31.07.2012 13:11:53

norman
Mitglied

Re: Installations-Medien 2012.07.15 freigegeben

Fjolnir schrieb:

Hier ist man gezwungen, sich wirklich mit dem System auseinander zu setzen, was für die Arch Benutzung zwingend notwendig ist (in meinen Augen). In einer Woche mit Arch habe ich mehr über das System gelernt als über die Jahre hinweg mit anderen Linux Distributionen.


Ich habe aber keine Zeit für ein wochenlanges Studium nur um eine Neuinstallation zu machen.

Linux ist für mich kein selbstzweck, sondern eine Arbeitsumgebung. Sie muß funktional sein, das ist Arch im Moment leider nicht mehr - leider.

Wenn ein Linux-Installationsdiplom neuerdings Vorausetzung für Arch ist, dann ist es mit Sicherheit ein schritt in die falsche Richtung.

Nur nebenbei: Mir ist es völlig egal, ob ich mich durch mehues klicken muß oder eine Befehlsliste abarbeiten muß.

Nur funktionieren muß es. Und das tut es nicht.

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#55 31.07.2012 13:17:11

waldbaer59
Mitglied

Re: Installations-Medien 2012.07.15 freigegeben

Da Arch als Rolling Release (unter Anwendung einer hinreichend häufig praktizierten, umfassenden Sicherung) den Anwender von Release-Upgrades befreit, ist für mich die neue Installationsmethode akzeptabel, wenn auch nicht wirklich wünschenswert.

Mit Arch Linux bin ich aktuell mehr als zufrieden, aber ich bin mir nicht sicher, ob ich den Schritt in diese Distribution gewagt hätte, wenn es damals schon die Install-Scripts nicht mehr gegeben hätte ... eine gewisse Einstiegshürde allemal, auch wenn die eigentliche Schwierigkeit trotzdem geringer sein könnte, als man befürchtet ...

VLG
Stephan

Beitrag geändert von waldbaer59 (31.07.2012 13:18:07)

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#56 31.07.2012 15:07:11

Edward d'Eath
Mitglied

Re: Installations-Medien 2012.07.15 freigegeben

Auf meinen drei "Spiel-"Rechnern habe ich die neue Installationsmethode ausprobiert, um herauszufinden, wo es bei mir hakt. Den für mich einzigen Knackpunkt sehe ich in der für mich noch nicht schlüssigen Art und Weise, wie die Ersatz-Konfiguration (für die rc.conf ) erfolgt. Zugegeben, diese Informationen gibt es, aber leider verstreut in einigen Wikis und ich muß sie mir nur zusammen suchen. Die folgenden Wikis sollten hilfreich für unerfahrene Anwender (wie mich) sein :-)

https://wiki.archlinux.de/title/Arch_Install_Scripts
https://wiki.archlinux.org/index.php/Sy … tion_files
https://wiki.archlinux.org/index.php/Rc.conf
https://wiki.archlinux.org/index.php/Be … the_system

Alles in Allem geht eine Basis-Installation nun in ca. 30 Minuten über die Bühne. Nach meinem anfänglichen Schiß vor der neuen Installationsmethode habe ich meinen Frieden mit ihr geschlossen.

Ciao,

Edwad

Beitrag geändert von Edward d'Eath (31.07.2012 15:09:45)

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#57 31.07.2012 15:09:16

swordfish
Mitglied

Re: Installations-Medien 2012.07.15 freigegeben

norman schrieb:

Ich habe aber keine Zeit für ein wochenlanges Studium nur um eine Neuinstallation zu machen.

Brauchste auch nicht - Du musst Dich nur an die Anleitung halten, darfst dabei aber nicht den Kopf abschalten. Die hier ist z. B. sehr präzise:

https://wiki.archlinux.org/index.php/Be … stallation

norman schrieb:

Nur funktionieren muß es. Und das tut es nicht.

Komisch, bei mir hat's problemlos geklappt - und ich hab' im ersten Anlauf sogar verpennt den Grub einzurichten. War aber kein Problem, das nachträglich zu machen.

Wenn Du Deine Probleme hier oder im englischen Forum geschildert hättest, wäre Dir mit ziemlicher Sicherheit geholfen worden wink .

Ich war auch zuerst wenig begeistert davon, dass aif wegfällt und nun mit Hilfe der Skripte das System installiert werden muss. Aber:

1. Ist es nach wie vor eine der ganz großen Stärken von Arch, dass es sehr gut dokumentiert ist (das ist keine Selbstverständlichkeit in der Linux-Welt!). Das vereinfacht die Installation deutlich!

2. Sehe ich mittlerweile ein, dass das Konzept eines ausgefeilten, luxuriösen Installers nur schwer zum Konzept einer Rolling-Release-Distro passt, die man i. A. einmal aufsetzt und dann nur noch aktualisiert. Die ständig einfließenden Änderungen am OS lassen sich mit der minimalistischen Installationsroutine wie sie aktuell existiert einfach leichter auffangen, als mit einem komplexen Installer, der ständig angepasst werden müsste. Bei anderen Distros, die halbjährliche oder noch längere Veröffentlichungszyklen haben, ist es dagegen einfacher 'nen Installer zu pflegen, da er immer nur für das ISO-Image zum Zeitpunkt X passen muss.

3. Weiß man doch eigentlich vorher, auf was man sich einlässt. Soll's schnell gehen, nimmt man 'n aktuelles *buntu, das in 20 min. mal eben aufgesetzt ist - sehr easy, sehr anwenderfreundlich, aber praktisch ohne jeden Lerneffekt.

4. Wenn's einfach nur um 'ne funktionierende Arbeitsumgebung geht, mit der man sich weiter nicht auseinandersetzen kann oder will, ist Arch definitiv die falsche Wahl. Da würde ich eher dazu raten, ein bisschen Geld in die Hand zu nehmen und 'nen Mac zu kaufen (wenn's denn ein *nix-OS sein soll).

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#58 31.07.2012 15:26:34

swordfish
Mitglied

Re: Installations-Medien 2012.07.15 freigegeben

Edward d'Eath schrieb:

Den für mich einzigen Knackpunkt sehe ich in der für mich noch nicht schlüssigen Art und Weise, wie die Ersatz-Konfiguration (für die rc.conf ) erfolgt.

Ja, da haste nicht ganz unrecht. Das liegt aber daran, dass man sich z. Zt. aussuchen kann, ob man die bisherige Konfiguration ausschließlich über die rc.conf macht, ob man ein Mischsystem aus initscripts und systemd fahren möchte, oder ob man tutto kompletti auf systemd umsteigen möchte.

Die aktuell "bereinigte" rc.conf ist ja ein Stück weit auch Vorbereitung für den Switch zu systemd (der aber wohl noch nicht beschlossene Sache ist!).

Ganz grob gesagt läuft es auf folgendes hinaus:

1. Will man die rc.conf behalten ...

... dann trägt man dort die daemons und seinen ethernet-Anschluss ein (bspw.: eth0) und editiert ansonsten die Dateien /etc/hostname, /etc/hosts, /etc/locale.conf (/etc/locale.gen), /etc/vconsole.conf, /etc/timezone (/etc/localtime) und /etc/adjtime (evtl. auch noch /etc/modules-load.d/).

'man rc.conf' hilft da weiter smile .

2. Will man komplett zu systemd wechseln ...

... installiert man mit pacman die Pakete 'systemd', 'systemd-sysvcompat' und 'systemd-arch-units'. Dann fliegen die initscripts, sysvinit und natürlich auch die rc.conf vom Rechner.

Ein Stück weit unübersichtlich wird's, wenn man die rc.conf behalten will, aber auch systemd installieren möchte. Aber so ist das wohl. wenn man sich in einer Art "Übergangsstadium" befindet wink .

Beitrag geändert von swordfish (31.07.2012 15:28:08)

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#59 31.07.2012 15:28:31

Creshal
Mitglied

Re: Installations-Medien 2012.07.15 freigegeben

Wofür braucht man 'systemd-sysvcompat' und 'systemd-arch-units'? Meine systemd-Rechner laufen wunderbar ohne. wink

Offline

#60 31.07.2012 15:38:27

swordfish
Mitglied

Re: Installations-Medien 2012.07.15 freigegeben

Creshal schrieb:

Wofür braucht man 'systemd-sysvcompat' und 'systemd-arch-units'? Meine systemd-Rechner laufen wunderbar ohne. wink

Ich zitier' mal https://wiki.archlinux.org/index.php/Sy … stallation:

If you want a pure systemd setup you can remove initscripts and sysvinit, and install systemd-sysvcompat which provides symlinks for init, reboot etc.

... und systemd-arch-units liefert laut Paketbeschreibung

Arch specific Systemd unit files

... und macht's ein bisschen einfacher. Z. Bsp. in Sachen dhcp:

If you simply want to use DHCP for your ethernet connection, you can use dhcpcd@.service from the systemd-arch-units package.

Kann aber gut sein, dass es auch ohne geht - ich hab' auch grade erst angefangen mich ein wenig in systemd einzulesen und auf meinem System rumzuprobieren.

Offline

#61 31.07.2012 15:55:41

fs4000
Mitglied

Re: Installations-Medien 2012.07.15 freigegeben

systemd-sysvcompat lass ich mal besser installiert, wegen Kompatibilität zu nicht Systemd-Programmen, und systemd-arch-units wird von selbst verschwinden, wenns nicht mehr nötig ist. Der Inhalt wird momentan in die eigentlichen Pakete eingebaut, was aber noch nicht abgeschlossen ist: http://www.archlinux.org/todolists/#161

Offline

#62 31.07.2012 16:52:43

qubit
Mitglied

Re: Installations-Medien 2012.07.15 freigegeben

Bin ebenfalls auf systemd-nativ umgestiegen. Der Bootstrap dauert ein wenig länger, die Tools könnten
noch ein wenig kosmetische Pflege vertragen...ansonsten soweit so gut.

Gruß Daniel

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#63 31.07.2012 16:59:28

fs4000
Mitglied

Re: Installations-Medien 2012.07.15 freigegeben

Readahead aktiviert?

Offline

#64 31.07.2012 17:44:19

qubit
Mitglied

Re: Installations-Medien 2012.07.15 freigegeben

fs4000 schrieb:

Readahead aktiviert?

Hatte es zwar gelesen, aber nicht aktiviert. Beim nächsten Boot (geht gerade nicht) werde ich den Unterschied mal diffen:

aktuell:

Startup finished in 11629ms (kernel) + 6467ms (userspace) = 18096ms

Danke & Gruß Daniel

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#65 31.07.2012 17:48:08

fs4000
Mitglied

Re: Installations-Medien 2012.07.15 freigegeben

Also einmal muss es so durchlaufen, erst ab dem zweiten Boot sind dann auch die Daten fürs Readahead vorhanden.

Offline

#66 31.07.2012 19:40:58

efreak4u
Mitglied

Re: Installations-Medien 2012.07.15 freigegeben

norman schrieb:

...
Ich habe aber keine Zeit für ein wochenlanges Studium nur um eine Neuinstallation zu machen.

Linux ist für mich kein selbstzweck, sondern eine Arbeitsumgebung. Sie muß funktional sein, das ist Arch im Moment leider nicht mehr - leider.

Wenn ein Linux-Installationsdiplom neuerdings Vorausetzung für Arch ist, dann ist es mit Sicherheit ein schritt in die falsche Richtung.

Nur nebenbei: Mir ist es völlig egal, ob ich mich durch mehues klicken muß oder eine Befehlsliste abarbeiten muß.

Nur funktionieren muß es. Und das tut es nicht.


Da muss ich dir widersprechen. Ich habe ja bereits erwaehnt, dass ich die neue Installationsmethode ausprobiert habe. Ich habe mich dabei an die Schritt-fuer-Schritt Anleitung aus dem Archlinux.de-Wiki gehalten und habe innerhalb von 15 Minuten, Archlinux-Base + systemd + syslinux. Danach habe ich das frisch installierte System gestartet, einen Benutzer angelegt, Xorg + vbox-guest-additions, Openbox, dwb und LibreOffice installiert. Insgesamt habe ich so innerhalb von 22 Minuten ein funktionstuechtiges System gehabt - noch lange nicht perfekt, aber funktionstuechtig.

Das ganze erfolgte, wie schon erwaehnt, in einer virtuellen Maschine und hatte nur zum zweck, mich mit der neuen Installationsumgebung vertraut zu machen und die Installationsdauer bis zum nutzbaren System zu ermitteln. Ich kannte die neue Installationsmethode vorher nicht und bin ausschliesslich nach der Installationsanleitung vorgegangen.

Probier' es aus, dann wirst du sehen, dass meine Aussage stimmt. wink

Beitrag geändert von efreak4u (31.07.2012 19:41:09)

Offline

#67 01.08.2012 10:13:46

qubit
Mitglied

Re: Installations-Medien 2012.07.15 freigegeben

fs4000 schrieb:

Also einmal muss es so durchlaufen, erst ab dem zweiten Boot sind dann auch die Daten fürs Readahead vorhanden.


ohne RA:
Startup finished in 11629ms (kernel) + 6467ms (userspace) = 18096ms

mit RA:
Startup finished in 6834ms (kernel) + 13818ms (userspace) = 20652ms


Allerdings habe ich zwischenzeitlich den ein o. anderen Dienst hinzugefügt... wie gesagt, hat für mich an der Stelle keine Priorität,
hauptsache stabil (in jeglicher Hinsicht) und gute ausgefeilte Tools.

Gruß Daniel

Offline

#68 01.08.2012 20:52:16

ManfredB
Mitglied

Re: Installations-Medien 2012.07.15 freigegeben

Hallo zusammen,

ich habe nun mit Erfolg die neueste iso getestet.

Installation nach der Anleitung hat bestens geklappt.

Allerdings läßt sich mc auf Konsole weder als root noch als user öffnen.
Das ist aber zu verschmerzen.

ifconfig als Befehl gibt es nicht - warum?
Habe ich da etwas übersehen?

Als Nutzer von KDE habe ich nun ein voll funktionsfähiges und eingedeutschtes System.

Aber - um es nicht zu verschweigen - in VirtualBox-4.1.18.

Gruss
Manfred

Offline

#69 01.08.2012 21:49:07

efreak4u
Mitglied

Re: Installations-Medien 2012.07.15 freigegeben

ManfredB schrieb:

...
Allerdings läßt sich mc auf Konsole weder als root noch als user öffnen.
Das ist aber zu verschmerzen.
...

Gibt es eine Fehlermeldung?

ManfredB schrieb:

...
ifconfig als Befehl gibt es nicht - warum?
Habe ich da etwas übersehen?
...

Hast du wohl... das Paket "net-tools", welches ifconfig enthaellt, ist Steinalt und vor einigen Monaten aus den Repos geflogen. Als Ersatz fuer ifconfig gibt es den Befehl "ip", welches unter anderem auch den "route" Befehl (ebenfalls in net-tools enthalten) ersetzt.

Beitrag geändert von efreak4u (01.08.2012 21:54:36)

Offline

#70 01.08.2012 22:41:18

ManfredB
Mitglied

Re: Installations-Medien 2012.07.15 freigegeben

mc funktioniert auf einmal wieder auf konsole.

Ich habe die net-tools nachinstalliert, nun funktioniert auch ifconfig.

Danke der Nachfrage und für den Tipp.

Gruss
Manfred

Offline

#71 01.08.2012 23:08:49

Dirk
Moderator

Re: Installations-Medien 2012.07.15 freigegeben

Offline

#72 02.08.2012 08:57:17

T.M.
Mitglied

Re: Installations-Medien 2012.07.15 freigegeben

efreak4u schrieb:
norman schrieb:

...
Ich habe aber keine Zeit für ein wochenlanges Studium nur um eine Neuinstallation zu machen.

Linux ist für mich kein selbstzweck, sondern eine Arbeitsumgebung. Sie muß funktional sein, das ist Arch im Moment leider nicht mehr - leider.

Wenn ein Linux-Installationsdiplom neuerdings Vorausetzung für Arch ist, dann ist es mit Sicherheit ein schritt in die falsche Richtung.

Nur nebenbei: Mir ist es völlig egal, ob ich mich durch mehues klicken muß oder eine Befehlsliste abarbeiten muß.

Nur funktionieren muß es. Und das tut es nicht.

Da muss ich dir widersprechen. Ich habe ja bereits erwaehnt, dass ich die neue Installationsmethode ausprobiert habe. Ich habe mich dabei an die Schritt-fuer-Schritt Anleitung aus dem Archlinux.de-Wiki gehalten

Das hab ich auch, aber so einfach ist es tatsächlich nicht. Ich hab in den vergangenen Jahren ungefähr siebenmal ein Arch installiert, ich bin nicht ganz unerfahren, aber eben ... ich mach's auch nicht jeden Tag, mir geht dabei vor allem keiner ab, es ist für mich ein produktives Werkzeug, kein selbstverliebter Spielkram, aber das sieht man heute offenbar oft anders.

Insbesondere ist die Konfiguration des boot loaders nicht gelöst. Damit wird der Benutzer einfach alleingelassen. Grub, das neuerdings Grub2 ist, bootet bei mir - ich weiss bis jetzt nicht warum - nur bis zu einem ominösen "Error 15". Ich hab inzwischen herausgefunden, das heisst "File not found" und man rät in diversen Foren, die Namen der kernel- und ramdisk-Dateien zu prüfen. Sehr schlau! Bis jetzt hatte ich das alte Grub in Benutzung, die Konfigurationsdatei dort konnte man noch halbwegs lesen und vor allem mit geringem Risiko bearbeiten. Ich hab sie selbstverständlich gesichert, aber sie nutzt mir jetzt praktisch nix mehr. Und in den Wikis und Anleitungen herrscht ein gnadenloses Versionschaos. Auch neue Anleitungen verweisen auf veraltete Informationen. Also weg mit Grub. - Syslinux ausprobiert. Aber auch das bootet nicht sofort, weil nämlich die falsche root-Partition in der Konfigurationsdatei drinsteht, /dev/sda3, ausgerechnet meine Swap-Partition - genial! Das muss man manuell ändern, bevor man das erste Mal bootet.

Zweitens muss der Benutzer sich stets peinlichst darüber im Klaren sein, was eigentlich sein root ist, d.h. wo er sich gerade befindet. chroot ist etwas, das selbst erfahrene Benutzer nur sehr selten machen. Es passiert blitzschnell, dass man eben nicht die gewünschten Dateien auf der Platte editiert, sondern die gleichnamigen Dateien des Live-Systems im RAM. Fehler und Inkonsistenzen sind einfach vorprogrammiert.

Drittens, eine zweite Maschine mit Internet ist momentan praktisch zwingend notwendig, um benötigte Informationen zu beschaffen. Das war früher nicht so und ist in meinen Augen auch unhaltbar. Früher konnte ein Durchschnittsmensch zweifelsfrei ein funktionierendes, d.h. bootbares und (mit Lynx o.ä.) auch internetfähiges Minimalsystem einfach so installieren und sich zur Not alle später benötigten Informationen auf diesem beschaffen. Das ist momentan so. Es wäre doch zumindest erforderlich, alles, was wirklich nötig ist, auf der CDROM zu dokumentieren und den Benutzer auch darauf hinzuweisen. Mir ist nur nicht klar, warum man lieber im Internet Anleitung für Anleitung schreibt und eine auf die andere verlinkt und annimmt, dass der Interessent sich das alles ausdruckt (und dabei nichts vergisst!), als ein vernünftiges Installationsprogramm auszuliefern.

Ich frage mich ganz ernsthaft, warum dieser neue Installationsmodus, nötig wurde, bevor es geeigneten Ersatz gab. So, wie es jetzt ist, ist es wirklich nicht gut. Das ist nicht mehr KISS, das ist unzulässig weniger, und zwar zu wenig! Das sorgt unweigerlich für Ärger. Ich könnte mir vorstellen, dass Arch sich hier leider viel Unmut und Frustration auflädt und auch Neulinge verschreckt.

Offline

#73 02.08.2012 09:31:15

Creshal
Mitglied

Re: Installations-Medien 2012.07.15 freigegeben

> als ein vernünftiges Installationsprogramm auszuliefern.

Zum drölften Mal: Der Installer wurde eingestellt, WEIL SICH KEIN MAINTAINER GEFUNDEN HAT. Wenn du einen Installer willst, dann fork den Code und bring ihn in einen brauchbaren Zustand! Arch ist ein COMMUNITY-Projekt. Wenn die Community nichts anderes macht, als rumheulen, dass die anderen doch mehr arbeiten sollen, kann das nichts werden. roll

Offline

#74 02.08.2012 10:36:53

Dirk
Moderator

Re: Installations-Medien 2012.07.15 freigegeben

T.M. schrieb:

Ich frage mich ganz ernsthaft, warum dieser neue Installationsmodus, nötig wurde, bevor es geeigneten Ersatz gab.

Weil das alte Image aufgrund der vielen Änderungen in den Repos praktisch unbrauchbar wurde, und der Maintainer für den alten Installer diesen nicht mehr für die neue Version anpassen wollte, und ihn auch schon nicht mehr für die älteren Versionen gepflegt hatte.

Offline

#75 02.08.2012 10:40:23

Fjolnir
Mitglied

Re: Installations-Medien 2012.07.15 freigegeben

T.M. schrieb:

Drittens, eine zweite Maschine mit Internet ist momentan praktisch zwingend notwendig, um benötigte Informationen zu beschaffen. Das war früher nicht so und ist in meinen Augen auch unhaltbar. Früher konnte ein Durchschnittsmensch zweifelsfrei ein funktionierendes, d.h. bootbares und (mit Lynx o.ä.) auch internetfähiges Minimalsystem einfach so installieren und sich zur Not alle später benötigten Informationen auf diesem beschaffen. Das ist momentan so. Es wäre doch zumindest erforderlich, alles, was wirklich nötig ist, auf der CDROM zu dokumentieren und den Benutzer auch darauf hinzuweisen. Mir ist nur nicht klar, warum man lieber im Internet Anleitung für Anleitung schreibt und eine auf die andere verlinkt und annimmt, dass der Interessent sich das alles ausdruckt (und dabei nichts vergisst!), als ein vernünftiges Installationsprogramm auszuliefern.

Bei einer Release-orientierten Distribution überhaupt keine Frage. Die Rolling Release Politik macht einen Netinstall aber zwingend nötig. Pakete altern hier einfach so schnell, dass es schnell zu Problemen führen kann, wenn man einen zu alten Snapshot installiert und dann ein Update fahren will, was ja auch neulich der Fall war. Ich hatte es auf Teufel komm raus nicht hinbekommen mit der Core-Installation von August 2011 ein aktuelles Update aufzuspielen. Seit dieser Erfahrung verstehe ich die Entscheidung, nur noch Netinstall anzubieten (vorher war ich genau derselben Meinung wie du).

Desweiteren ist ja Arch auch eher eine Distribution, die man ein einziges Mal installiert und dann nur noch aktualisiert. Ich kann mir auch nur schwer vorstellen, dass es überhaupt keine Möglichkeit geben sollte, bei der Installation keinen Internet-Anschluss zu haben.

Offline

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